Gesundheit: Lachs aus Supermarkt teilweise ungenießbar

[19.12.2011] In regelmäßigen Abständen treten in Deutschland Lebensmittelskandale auf. Aus einer Untersuchung des NDR-Wirtschaftsmagazins „Markt“ geht hervor, dass der in Supermärkten angebotene Lachs teilweise nicht genießbar bzw. verkehrsfähig ist. Das Institut KIN, welches Proben untersuchte, hat in neun von zehn Räucherlachsprodukten sehr hohe Keimbelastungen nachgewiesen.

Keimbelastungen um das 300-fache Überschritten

[Berlin] Das KIN – Lebensmittelinstituts in Neumünster – hat abgepackte Räucherlachsprodukte von Discountern und Supermärkten auf mikrobielle Belastungen getestet.

Insgesamt wurden Produkte von sieben verschiedenen Ketten kontrolliert. Besonders gravierend: Es wurde dabei festgestellt, dass einige Produkte bereits beim Öffnen der Verpackung aufgrund von unangenehmen Gerüchen, Verfärbungen und tranigem Geschmack durchgefallen sind.

Die Ergebnisse der mikrobiellen Untersuchung haben ein dramatisches Bild gezeigt. Bei neun von zehn getesteten Produkten wurden Keimbelastungen über dem geltenden Richtwert nachgewiesen. Bei drei Produkten lagen diese Belastungen gar beim 300-fachen des eigentlichen Grenzwertes. Viele Verbraucherexperten und Biologen sind daher der Ansicht, dass ein Großteil der Räucherlachs-Fertigprodukte aus dem Handel entfernt werden müsste. Besonders bei leichtverderblichen und frischen Fisch und Fleischprodukten führen Keimbelastungen sehr schnell zu Lebensmittelvergiftungen.

Immer häufiger Lebensmittelskandale

Der aktuelle Skandal rund um Lachs kurz vor Weihnachten trägt bei vielen Verbrauchern zum Eindruck bei, dass Lebensmittelskandale immer häufiger auftreten. Schuld hat daran aber immer wieder der Mensch. Denn das Verabreichen von Antibiotika usw. führt zur Belastung von Fleischprodukten aller Art, Pestizide und Düngemittel sind in Obst und Gemüse nachweisbar und Medikamentenrückstände sind in Fischen nachweisbar.

Chronologie der Lebensmittelskandale:

1985 – Österreichische Winzer haben ihren Wein mit Diethylenglykol – einem Frostschutzmittel – gestreckt.

1993 – Der 1. Gammelfleischskandal tritt auf. Mastbetriebe haben auf die Entsorgung von beanstandetem Fleisch verzichtet und es neu etikettiert in Umlauf gebracht.

2001 – Antibiotikarückstände werden in Garnelen nachgewiesen, die als Futter für Hähnchen und Schweine verarbeitet wurden. Das verwendete Mittel (Chloramphenicol) kann zu Blutkrebs führen.

2002 – In einer Lagerhalle in Mecklenburg-Vorpommern wurde zu DDR-Zeiten Nitrofen gelagert, nach der Wiedervereinigung lagerte der Nachfolgebesitzer Futtergetreide für Nutztiere in der Halle. Im Futter wurden Grenzwerte um das 200.000 fache überschritten. Nitrofen sorgt bereits in kleinsten Mengen für Missbildungen von Embryos.

2003 – Eine defekte Trocknungsanlage führte in Thüringen zu einer Verseuchung von 2.100 Tonnen Futtermittel für Nutztiere – Tausende Schweine werden notgeschlachtet.

2006 – Ein bayerisches Unternehmen verarbeitete verschmutzte, verdorbene und beschädigte Eier zu Flüssigei-Produkten und verkaufte diese bundesweit an Nudelhersteller und Großbäckereien.

2008 – Rund 11.000 Tonnen italienischer – mit Mäusekot und Würmern verseuchter – Mozzarella wird europaweit als frisch verkauft.

 

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