Gesundheit: Komasaufen weiter auf dem Vormarsch

Während des Karnevals wird sicher niemand gegen ein oder zwei Bier bzw. Gläser Wein einzuwenden haben. Was sich allerdings unter Deutschlands Jugendlichen abspielt, ist besorgniserregend. Immer mehr Jugendliche greifen zur Flasche. Und landen anschließend in einer Klinik. Die Zahlen der Komasäufer nehmen seit Jahren rapide zu. Daran scheinen selbst unzählige Präventivprogramme nichts ändern zu können.

Alkohol – legale Drogen für zuhause

Vor wenigen Wochen sorgte eine Studie für Aufsehen, die belegt, dass weniger Jugendliche rauchen.

Eigentliche eine positive Nachricht. Wenn auf der anderen Seite Kinder und Jugendliche nicht immer früher zu Alkohol greifen würden. Denn es bleibt selten bei einem oder zwei Bier. Das berüchtigte Komasaufen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Allein in NRW wurden 2009 mehr als 6.500 Jugendliche auf Intensivstationen behandelt – wegen eines vorangegangenen Komasaufens.

Die Ursachen, warum Jugendliche, ja selbst Kinder inzwischen zum Alkohol greifen, sind vielfältig. Nicht wenige Betroffene erleben die Abhängigkeit bzw. die Droge zuhause bei den Eltern mit. Andere Jugendliche beginnen, in der Gruppe zu trinken. Allein in Köln sollen bereits unter den Zwölfjährigen rund 16 Prozent Erfahrungen mit einem Alkoholrausch besitzen. Geht man in die Gruppe der 15-Jährigen, steigt der Anteil sogar auf erschreckende 39 Prozent. Bei Weitem kein Einzelfall, auch in anderen Bundesländern und Städten wird der erste Schluck aus der „Pulle“ immer früher genommen.

Präventivmaßnahmen scheinen nicht zu greifen

Die Krankenkassen und Behörden versuchen, mithilfe von Präventivmaßnahmen gegen den Alkoholkonsum unter Jugendlichen vorzugehen. Allerdings scheinbar mit mäßigem Erfolg. Denn vom Trinken wird sich nur ein Bruchteil allein durch Maßnahmen wie „Keine Kurzen für Kurze“ oder das Modellprojekt GigA (Gemeinsam initiativ gegen Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen) abhalten lassen. Bleibt die Frage, ob schärfere Regeln den gewünschten Erfolg bringen.

Alkohol als Nervengift und Risikofaktor

Dabei wäre es dringend nötig, Jugendliche und Kinder vom Trinken abzuhalten. Alkohol sorgt nicht nur für einen schnellen Rausch. Über Jahre in größeren Mengen konsumiert, kann Alkohol schwere Organleiden verursachen. Ein Beispiel wäre die Leberzirrhose. Gleichzeitig gilt Alkohol auch als Risikofaktor für das Pankreaskarzinom und Magen-Darm-Erkrankungen.

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