Gesundheit: Komasaufen unter Jugendlichen bleibt problematisch

[15.12.2011]Komasaufen ist ein Phänomen, dass auch zum Jahresende Experten beschäftigt. Denn der Trend zum Rauschtrinken ist besonders unter Jugendlichen von 15-20 Jahren ungebrochen. Erste kleine Erfolge meldete das Statistische Bundesamt allerdings bei Kindern von 10-15 Jahren. Trotzdem: Die Zahlen sind weiterhin erschreckend hoch. So mussten im Jahr 2010 insgesamt 26.000 Kinder und Jugendliche stationär im Krankenhaus aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung behandelt werden.

Rückgang der Fallzahlen bei Kindern

[Berlin] Im Jahr 2010 konnte ein erster kleiner Erfolg im Verhalten von Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen verzeichnet werden, die Fallzahlen gingen im Vergleich zum Jahr 2009 von 26.400 auf 26.000 zurück.

Besonders unter Kindern im Alter von 10 – 15 Jahren ist ein rückläufiger Trend zu erkennen. Hier wurden 102,8 Fälle pro 100.000 Einwohner gezählt – ein Rückgang um 5,5 %. Insgesamt entspricht dies 4.088 Fällen im Jahr 2010. Besonders häufig sind in den sehr jungen Jahren Mädchen betroffen.

Ein entgegengesetzter Trend ist bei den Jugendlichen im Alter von 15 – 20 Jahren zu erkennen, hier hat es sogar eine leichte Zunahme in den Fallzahlen gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2010 513,3 Fälle auf 100.000 Einwohner registriert. Dies entspricht einer Zunahme von 2,9 %.

Experten sehen erste Erfolge in ihren Bemühungen

Experten sehen auf ihrem Weg erste Erfolge in den Bemühungen, Kinder und Jugendliche vor dem exzessiven Alkoholmissbrauch zu schützen, wollen sich aber auch nicht auf diesen Erfolgen ausruhen. Die Ergebnisse – wie der Rückgang bei Kindern – wird als positives Signal aufgenommen. Es seien jedoch weiterhin viele Anstrengungen notwendig, um dauerhafte Veränderung im Denken und Verhalten der Kinder und Jugendlichen zu erzielen.

So erklärte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott: Die Ergebnisse machen „uns Mut und bestärkt uns in unserer Präventionsarbeit.“ Auch Mechthild Dyckmans, FDP Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bezeichnete die Ergebnisse bei den Kindern als „gute Nachricht“, erklärte aber: „Der Trend zum Rauschtrinken bei einem Teil der jungen Menschen besteht weiterhin und muss durch stärkere Präventionsanstrengungen, eine größere Beachtung des Themas in der Öffentlichkeit und die konsequente Einhaltung des Jugendschutzes umgekehrt werden.

Ein weiteres Problem sehen Experten darin, dass Alkohol in der heutigen Gesellschaft akzeptiert und von den Erwachsenen ebenfalls teilweise stark konsumiert wird – auch bei Erwachsenen wurde eine Zunahme der Fallzahlen registriert, was insbesondere aufgrund des gesundheitlichen Aspekts und der Vorbildfunktion äußerst kritisch betrachtet wird.

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