Gesundheit: Früherkennung von Krebs durch Bluttest

Ein neuer Bluttest soll helfen, Krebs und 13 weitere schwerwiegende Krankheiten vorzeitig zu erkennen und somit für den Patienten eine bessere und frühzeitige Behandlungsgrundlage zu schaffen. In einer Testphase konnten 50 deutsche Forscher eine Erfolgsquote von 90 Prozent vorweisen. Bisher nahmen 700 Probanden an dem Projekt teil.

Frühzeitige Erkennung steigert Heilungschancen

Oft wird in der Öffentlichkeit ein Bild von den Folgen der Krebserkrankung propagiert, welches so nicht ganz korrekt ist, denn auch Krebs ist bei einer frühzeitigen Erkennung gut heilbar.

Da Krebs in seinen Anfangsstadien aber meist schmerzfrei und ohne körperliche Beeinträchtigungen verläuft, ist gerade dieses Erkennen schwer. Einer Gruppe von 50 deutschen Forschern ist jetzt gelungen, einen Bluttest zu entwickeln, mit dem gerade dies möglich werden könnte.

Für die Diagnose schwer erkennbarer Krankheiten suchen die Forscher nach ganz bestimmten Molekülen im Blut der Patienten, um diese in einem Blutbild sichtbar zu machen. Mit dieser Methode konnten die Forscher neben Krebs auch Multiple Sklerose (MS), chronische Lungenerkrankungen und einige weitere Krankheiten nachweisen. Insgesamt sind es bisher 14, in Frühstadien kaum sichtbare, Krankheiten, welche die Forscher bisher erkennen konnten.

Moleküle im Blut verraten Krankheiten

Jörg Wischhusen von der Frauenklinik der Universität Würzburg, erklärte an einem Beispiel, dass es im menschlichen Blut 1.400 Mikroribonukleinsäuren (Mikro-RNA) gibt und verschieden Zusammensetzungen auf bestimmte Krankheiten hindeuten können. Wenn also die RNA 128 in überdurchschnittlichem Maße vorhanden ist, dafür aber die RNA 130 nur in geringen Mengen vorliegt, liegt eine bestimmte Krankheit vor.

Im menschlichen Blut sind etwa 100 solcher Indikatoren vorhanden, die auf bestimmte Krankheiten hinweisen. Bei einer Untersuchung auf Eierstockkrebs konnten die Forscher aus Würzburg eine Erfolgsquote von 90 Prozent verbuchen. Mit diesem Ergebnis sind die Forscher aber nicht zufrieden, deshalb erklärte Wischhusen: „Eigentlich bräuchten wir über 99 Prozent für die Marktreife.“ Bei MS und Nervenkrankheiten sind die Forscher aber bereits auf der Zielgeraden, denn die Erfolgsquote hat die 99-Prozent-Marke überschritten. Die Forscher sind jedoch skeptisch, dass die Ergebnisse in näherer Zukunft schnell zur Marktreife führen.

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