Gesundheit: Flächendeckender Streik an Universitätskliniken

An Universitätskliniken beschäftigte Ärzte haben sich für einen flächendeckenden Streik ausgesprochen. In der Urabstimmung gaben 97,4 Prozent der Ärzte an, die Arbeit niederlegen zu wollen. Bereits am 7. November könnte dann ein Streik dafür sorgen, dass an 23 deutschen Universitätskliniken die Räder stillstehen, so die Ärztegewerkschaft Marburger Bund in Berlin.

Tarifverhandlungen mit Ländern sind gescheitert

Der Marburger Bund (MB) kritisiert die Verhandlungsbereitschaft der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und spricht von „Hohn“ gegenüber der Leistung der Ärzte.

Der zweite Vorsitzende des MB, Andreas Botzlar, äußerte sich besonders kritisch über die geringe Flexibilität des TdL, der sich im Laufe der Verhandlungen „keinen Millimeter bewegt“ hatte. Es ist aber nicht nur die Flexibilität, die in der Kritik steht, auch spricht der MB von einem „Tarifdiktat“ gegenüber den Ärzten. Das Verhalten und die Anerkennung der Leistung auf den Gebieten der Lehre und Forschung wird laut Marburger Bund vom TdL verhöhnt.

Bereits im Jahr 2006 haben die Ärzte bundesweit gestreikt und dabei gezeigt, dass sie den Ausstand lange durchhalten können. Nach Meinung der Ärztevertreter schaffen sie dies auch ein weiteres Mal. Für den Marburger Bund ist eines wichtig: Es sollen die Länder und Kliniken getroffen werden, nicht die Patienten, für sie bleibt die Notfallversorgung gewährleistet.

TdL reagiert mit Unverständnis

Für die Tarifgemeinschaft deutscher Länder sind die Forderungen des MB unrealistisch und überzogen. Der MB sollte seine Forderungen überdenken und die Verhandlungen wieder aufnehmen, so der TdL. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Hartmut Möllring, erklärte dazu: „Ein Streik auf dem Rücken der Patienten ist unnötig, ärgerlich und nicht verantwortbar.“

Die Forderungen, die der Marburger Bund gestellt hat, beinhalten eine Tarifanpassung von 6,3 Prozent und die Erhöhung des Nachtzuschlages von derzeit 1,28 Euro auf 25 Prozent des Gehaltes. Den Patienten könnte durch den Streik eine langwierige Phase mit Wartezeiten bevorstehen. Lediglich die Patienten aus Berlin und Hessen können aufatmen, denn diese Bundesländer gehören nicht dem TdL an.

 

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