Gesundheit: Autoimmunerkrankungen begünstigen Tumore

Krebserkrankungen lösen bei vielen Betroffenen einen Schockzustand aus. Einer der Gründe, warum die Diagnose Krebs als so einschneidend empfunden wird, ist die Gefahr der Metastasierung. Jetzt haben sich Forscher mit der Frage beschäftigt, wie Autoimmunerkrankungen auf das Krebsrisiko wirken. Das Ergebnis der Langzeitstudie ist eindeutig – einige Autoimmunerkrankungen können das Risiko um den Faktor 4 erhöhen.

Langzeitstudie in Schweden

Was die Studie der Wissenschaftler um Kari Hemminki so einzigartig macht, ist die Datenbasis – das schwedische Krebsregister.

Damit konnten die Forscher auf Informationen über mehr als zwölf Millionen Patienten zugreifen. Besonders von Interesse war aber nur ein Bruchteil, die Betroffenen, welche an einer Autoimmunerkrankung litten und an Krebs erkrankten. Wie sehen die Studienergebnisse im Einzelnen aus?

Generell scheint sich im Rahmen der Studie ergeben zu haben, dass einige der untersuchten 33 Krankheitsbilder tatsächlich die Entstehung von Tumoren begünstigt haben. Dazu gehören unter anderem Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Myasthenia gravis und perniziöse Anämie. Letztere erhöhte das Risiko der Betroffenen, an Magenkrebs zu erkranken, um den Faktor 4. Allerdings lässt sich dieser deutliche Risikoanstieg nicht bei allen Autoimmunerkrankungen beobachten.

Medikation als Risikofaktor

Beispielsweise haben die Wissenschaftler um Kari Hemminki vom Deutschen Krebsforschungszentrum festgestellt, dass Rheumatiker und Patienten mit Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) einem geringeren Krebsrisiko ausgesetzt sind. Als mögliche Ursache für die teilweise deutlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Autoimmunerkrankungen sehen die Forscher die Medikation an.

Während im Fall von Rheuma und Morbus Bechterew entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen, setzt die Medizin zum Beispiel im Fall von perniziöse Anämie und Myasthenia gravis auf Immunsupressoren. Letztere könnten eine Attacke des Immunsystems gegen die Krebszellen negativ beeinflussen und damit die Tumorentwicklung begünstigen. Allerdings liegen die genauen Wechselwirkungen noch im Dunkeln und müssen in den kommenden Jahren eingehender erforscht werden. Aus der Studie lassen sich aber Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankung, Therapie und Krebsrisiko ableiten.

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