Gesundheit: Antikörper IgE schützt vor Hirntumor

Menschen, die einen leicht erhöhten Immunglobulin E Wert besitzen, zeigen laut einer Studie von amerikanischen und englischen Forschern ein geringeres Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken. Besonders für Allergiker ist dies eine gute Nachricht, denn der Antikörper ist an einem Großteil der bekannten Allergien beteiligt. Parallel dazu beeinflusst die Krebstherapie den Immunglobin Wert nicht.

Allergiker können aufatmen

Für die Untersuchung werteten die Forscher mehrere 10.000 Datensätze aus, die sie in vier Studien gesammelt haben.

Sie konnten eindeutig nachweisen, dass bei Personen mit einem leicht erhöhten Immunglobulin E (IgE) Wert das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, deutlich sinkt. Jedoch muss hier die Betonung auf leicht liegen, denn bei Probanden mit einem sehr hohen Wert konnte kein Unterschied zu Personen mit einem „normalen“ Immunglobulin Wert festgestellt werden.

Die Co-Autorin der Studie, Dominique Michaud, Epidemiologin an der Brown University, erklärte, dass weder der Krebs an sich, noch die Therapie einen Einfluss auf den IgE-Wert hat. Laut Michaud ist dies eine besonders wichtige Erkenntnis der Studie, sie erklärte dazu: „Das ist wichtig, um zu erkennen, ob es sich um einen aussagekräftigen Effekt handelt.“ In wie weit diese Erkenntnis für eine mögliche Behandlung verwendet werden kann und warum ausgerechnet das IgE-Antikörper eine wichtige Rolle spielt, soll in weiteren Untersuchungen geklärt werden, so die Forscherin gegenüber dem Fachblatt „Journal of the National Cancer Institute“.

Immunglobulin E als Heilmittel?

Immunglobulin E ist das Letzte entdeckte aller Antikörper-Isotypen und wurde erst 1966 entdeckt. Eine Ursache dafür ist vermutlich die sehr geringe Menge, in der das Antikörper im Blut vorliegt, mit lediglich 30 Nanogramm/ml Serum. Immunglobulin E macht unterm Strich weniger als ein Prozent aller Immunglobuline aus.

Neben der Verantwortlichkeit für Allergien dient IgE vorrangig zur Abwehr von Parasiten. Eine mögliche Ursache für den Einfluss auf Tumore könnte darin bestehen, dass im Unterschied zu anderen Antikörpern Immunglobulin E als zellgebundener Antikörper vorliegt.

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