Gesundheit: Angst vor verstrahlten Lebensmitteln
Je länger die nukleare Krise in Japan andauert, umso mehr Verunsicherung macht sich auch in Westeuropa breit. Inzwischen scheint die Angst vor dem radioaktiven Fallout dem Bangen um die Unbedenklichkeit der Nahrungsmittel gewichen zu sein. Verbraucherministerin Ilse Aigner versuchte die Bedenken am Wochenende zu zerstreuen, unter anderem mit dem Hinweis auf die geringen Einfuhrquoten japanischer Lebensmittel nach Deutschland.Sind deutsche Verbraucher in Gefahr?
Eine Frage, die derzeit in vielen Zeitungen auftaucht.
Allerdings bleibt bei vielen Verbrauchern die Angst, dass auch Lebensmittel aus anderen Regionen verseucht sein könnten. Schließlich macht die Radioaktivität vor Ländergrenzen nicht halt. Insbesondere Fisch und Meeresfrüchte stehen in japanischen Restaurants auf dem Speiseplan. Wirkliche Bedenken haben Experten derzeit diesbezüglich aber noch nicht. Trotzdem sollte Empfehlungen zufolge auch Fisch kontrolliert werden.
Unterscheidung zwischen künstlicher und natürlicher Strahlung
Die aktuelle Debatte rund um die Strahlenbelastung durch das Unglück im japanischen Fukushima wird von der Angst vor Radioaktivität getragen. Allerdings darf das Geschehen nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder Verbraucher und auch die Lebensmittel immer einer natürlichen „Hintergrundstrahlung“ ausgesetzt sind, die je nach Region schwanken kann. Dieser sogenannte Nulleffekt ist insbesondere bei Messungen der Radioaktivität zu berücksichtigen, den Verbraucher mit einem eigenen Geigerzähler durchführen.
Verwirrung durch EU-Verordnung
Am Wochenende sorgten zudem Zeitungsberichte für Verwirrung, wonach die EU mit einer neuen Verordnung die Grenzwerte für Cäsium 134 und Cäsium 137 anheben will – und zwar über die Grenzwerte nach der Katastrophe von Tschernobyl. Verbraucherschützer haben diesen Vorgang bereits kritisiert. Selbst die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Margit Conrad (SPD) hat sich gegen ein solches Vorgehen ausgesprochen.
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