Gesundheit: Ärzte verschreiben mehr Antidepressiva

In den vergangenen Jahren stieg die Verordnung von Antidepressiva immer weiter an. Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile zu den am meisten verbreiteten Krankheiten in Deutschland. Aber nicht nur der Gesundheitszustand der Deutschen ist davon betroffen, auch die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherungen tragen zunehmend schwerer an den häufigen Verordnungen von Antidepressiva.

Verbrauch von Antidepressiva im Bundesgebiet unterschiedlich

Einer Untersuchung der Insight Health GmbH zufolge stieg die Zahl der Verordnungen von Antidepressiva in Deutschland allein im Zeitraum von 2009 – 2010 um 6,9 Prozent auf 19,4 Millionen Packungen.

Die Untersuchung von Insight Health zeigt jedoch auch starke regionale Schwankungen im Bundesgebiet. So liegen die durchschnittlichen Ausgaben für Antidepressiva pro Patient bei 149 Euro. In Bremen betragen die Kosten jedoch lediglich 104 Euro je ambulanter Behandlung. Am anderen Ende der Skala steht Mecklenburg-Vorpommern mit 193 Euro.

Daraus lässt sich schließen, dass auch die jeweiligen definierten Tagestherapiedosen – DDD Defined Daily Dose – stark schwanken. Liegt der DDD-Wert in Mecklenburg-Vorpommern bei 242, sind es in Bremen nur 190. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 222. Bei der DDD handelt es sich um eine rechnerische Größe, die lediglich der Arzneimittelverbrauchsforschung dient und nicht mit der verschriebenen oder empfohlenen Tagesdosis gleichgesetzt werden kann.

Bayern ist Spitzenreiter bei der Verordnung

Jedoch sind die Werte bei der Versorgungsdichte nicht äquivalent zu den restlichen Ergebnissen. So werden in Bayern rund 19,6 DDD pro Versicherten verschrieben, damit liegt der Freistaat im bundesweiten Durchschnitt an der Spitzenposition. In Sachsen-Anhalt sind es lediglich 14,3 DDD pro Versicherten. Dies ist nach Expertensicht aber auch der in Bayern besonders hohen Dichte von Fachärzten geschuldet.

Insight Health konnte aber noch weitere Schlussfolgerungen aus der Untersuchung ziehen. So zeigen die Zahlen eindeutig, dass mit 70 Prozent deutlich mehr Frauen Antidepressiva verschrieben bekommen. Wobei mit 217 DDD die verschriebene Menge bei Frauen unter der von Männern liegt, diese bekommen im Schnitt 234 DDD.

 

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