Gesetzliche und private Krankenversicherung – Was ändert sich 2013

Ein neues Jahr hat begonnen und damit sind zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft getreten, die sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung berühren. Was müssen Patienten jetzt im Jahr 2013 beachten?

Abschaffung der Praxisgebühr

Gesetzlich Krankenversicherte müssen ab Januar 2013 keine Praxisgebühr mehr entrichten. Während in den letzten Jahren für jedes Quartal bei einem Arzt- oder Zahnarztbesuch bzw. einer notärztlichen Behandlung eine Gebühr von jeweils 10 Euro fällig war, entfällt diese Ausgabe nun. Im Einzelfall kann dies eine Ersparnis von bis zu 120 Euro pro Jahr bedeuten.

Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze steigen

Zum Jahreswechsel haben sich zudem die Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenzen geändert. Die Beitragsbemessungsgrenze – also der Teil des Einkommens, der maximal zur Berechnung des gesetzlichen Krankenversicherungsbeitrags herangezogen wird – beträgt nun statt monatlich 3.825,00 Euro brutto rund drei Prozent mehr mit 3.937,50 Euro. Das bedeutet, der Maximalbetrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 592,88 Euro auf 610,31 Euro monatlich.

Die Versicherungspflichtgrenze, bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze markiert das Mindesteinkommen für Arbeitnehmer, die sich in der privaten Krankenversicherung versichern lassen wollen. Im Jahr 2012 betrug die Grenze 50.850 Euro brutto jährlich. Auch diese Grenze steigt zum neuen Jahr an und liegt nun bei 52.200 Euro. Es ist also für Arbeitnehmer noch schwieriger, in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Unisex-Tarife sorgen für einheitliche Versicherungsbeiträge

Bereits seit dem 21. Dezember 2012 gelten die sogenannten Unisex-Tarife. Das heißt, die Beiträge für neue Versicherungsverträge dürfen nicht mehr abhängig vom Geschlecht kalkuliert werden. Bisher war es bei zahlreichen Versicherungen so, dass Frauen und Männer unterschiedlich hohe Beiträge gezahlt haben. Frauen mussten bisher etwa bei der privaten Krankenversicherung höhere Beiträge bezahlen, da sie im Schnitt eine höhere Lebenserwartung haben und zudem öfter Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen. Dadurch verursachen sie der Krankenversicherung im Schnitt höhere Kosten. Bei anderen Versicherungen, wie etwa der Kfz-Versicherung mussten hingegen Männer höhere Beiträge bezahlen. Dies ist nun vorbei, seit zwei Wochen gilt: Egal welche Versicherung, das Geschlecht hat keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Beiträge.

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