Gesetzliche oder Private Krankenversicherung: Ratgeber 2012

Welche Krankenversicherung passt 2012 zu mir? Diese Frage stellen sich im Moment sicherlich viele Versicherte. Die Pleiten in der GKV 2011 und die Reduzierung der Leistungen verunsichern immer mehr Bürger und lassen am gesetzlichen Gesundheitssystem zweifeln. Auch die privaten Krankenversicherer müssen 2012 harte Kritiken einstecken, da viele PKV Anbieter ihre Beiträge von 2011 auf 2012 um bis zu 40% erhöht haben, zum Leid ihrer Kunden. Doch welche Krankenversicherung ist besser und passt zu mir?

PKV und GKV im Kostenvergleich

Die Kosten für eine private Krankenversicherung orientieren sich nur an den individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Das Einkommen spielt für die privaten Krankenversicherungsanbieter keine Rolle. Die GKV hingegen orientiert sich bei ihren Beiträgen nur am Einkommen, welches dem Versicherungsnehmer zur Verfügung steht. Bis zu einem gewissen Alter ist die private Krankenversicherung somit deutlich günstiger als die gesetzliche Krankenkasse, größtenteils bei besseren Leistungen.

Leistungen: PKV besser als GKV

Hier hat die private Krankenkasse deutlich die Nase vor der Gesetzlichen Kasse. Die Leistungen der PKV lassen sich individuell nach einem Baukastenprinzip zusammenstellen. Die Versicherten zahlen also nur für die Leistungen, die sie auch gerne in Anspruch nehmen möchten, wie z.B. Heilpraktikerbehandlungen oder Einzelbett-Zimmer im Krankenhaus.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat für alle Versicherten einen festgelegten Leistungskatalog, der für alle GKV Patienten gleichermaßen gilt. Abhilfe kann hier eine private Krankenzusatzversicherung schaffen, jedoch verursacht diese zusätzliche Kosten im Monat (ab ca. 20,- Euro).

Den Privatpatienten, die in Geldnot geraten sind, muss die PKV seit 2009 auch einen sogenannten Basistarif anbieten, der günstiger als die regulären Privattarife ist und den Leistungsumfang einer gesetzlichen Kasse entspricht.

Krankenversicherung für Familie: GKV mit Vorteilen gegenüber PKV

Wer eine große Familie plant oder bereits hat sollte sich doppelt überlegen, ob die PKV das Richtige ist. Im Gegensatz zur gesetzlichen Kassen gibt es in der PKV keine Familienversicherung! Jede Familienmitglied muss somit einzeln versichert werden. Zwar bieten die privaten Anbieter günstigere Tarife für Kinder an, jedoch verursachen diese entsprechend mehr Kosten als die kostenlose Familienversicherung der GKV.

Auch gibt es in der privaten Krankenversicherung keinen Mutterschaftsschutz und auch während dieser Zeit müssen die regulären Beiträge gezahlt werden.

Singles oder Ledige ohne Kinder können hingegen von den günstigen Tarifen in der PKV profitieren. Vor allem für Besserverdienende lohnt sich oftmals ein Wechsel von der GKV in PKV.

GKV oder PKV – Wo kann ich mich versichern?

Bestimmte Personengruppen haben die Wahl der Qual: GKV oder PKV? Studenten, Beamte und Selbstständige können unabhängig von ihrem Einkommen jederzeit in die Private Krankenkasse wechseln. Angestellte und Arbeitnehmer können dies nur tun, wenn ihr Jahresgehalt mind. 50.850 Euro brutto beträgt.

Menschen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, müssen sich entsprechend auch keine Gedanken über ihre Krankenversicherung 2012 machen, da sie in der gesetzlichen Kasse versichert bleiben müssen. Als Ergänzung kann hier eine Zusatzversicherung (z.B. Zahnzusatzvesicherung, Chefarztbehandlung etc.) abgeschlossen werden, um von ähnlichen Leistungen wie die Privatpatienten zu profitieren.

PKV in GKV: Wechsel oft nicht möglich

Wer sich einmal für eine neue Krankenversicherung entscheidet, entscheidet sich häufig fürs Leben. Oftmals wechseln junge, gesunde Versicherungsnehmer in die PKV, um von den niedrigen Beiträgen in der PKV in jungen Jahren sowie besseren Leistungen zu profitieren. Im Alter werden die Beiträge der PKV teurer und viele würden dann wieder in die GKV wechseln, wenn sie könnten.

Dies will der Gesetzgeber unterbinden und erlaubt den Wechsel von PKV in GKV nur unter bestimmten Voraussetzungen. Um hohen Kosten im Alter vorzubeugen, bildet jeder Versicherte sogannente Altersrückstellungen, die die steigenden Beiträge mildern sollen. Wechselt ein Versicherungsnehmer die Gesellschaft, verfallen diese.

Unisex-Tarife: Gleichbehandlung von Mann und Frau in PKV 2012

Während die GKV keine Unterschiede zwischen Mann und Frau bei der Beitragserhebung macht, gibt es für Frauen in der PKV einen Aufschlag, da sie laut Risikokalkulation die höheren Kosten als der Mann verursachen. Mit der Einführung der Unisex-Tarife im Dezember 2012 soll dies durch einen Gerichtsbeschluss angeglichen werden. Wer vor der Einführung der Unisex-Tarife in die PKV eintritt, kann von alten, günstigen Tarifen profitieren als Mann.

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