Gesetzliche Krankenkassen fordern Nullrunde für Ärzte

Gesetzliche Krankenkasse spricht sich gegen steigende Arzthonorare aus

Um die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenkassen zu verbessern, sollen jetzt nicht mehr nur die Höhe der Beiträge sowie Rabatte bei Medikamenten diskutiert werden. Die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, fordert jetzt, dass Ärzte und Krankenhäuser ebenso wie die Pharmaindustrie in diesem Jahr keine höheren Leistungen erhalten sollten. In diesem Zusammenhang sollen nun in erster Linie die Honorare der niedergelassenen Ärzte auf dem derzeitigen Niveau verharren, denn die Durchschnittseinkommen liegen nach Abzug der Praxiskosten in Deutschland derzeit bei rund 160.000 Euro und damit innerhalb Europas auf einem Spitzenplatz.

Ebenfalls Handlungsbedarf sieht Pfeiffer bei den deutschen Krankenhäusern. Diese seien nach ihren Worten nur zu rund 70% ausgelastet, wodurch die Kosten pro Patient deutlich steigen. Ein größerer Wettbewerb unter den Kliniken könnte helfen, Überkapazitäten in einigen Kliniken zu vermeiden und mit Unterbelegungen auszugleichen.
Um die ihre Defizite zu reduzieren, haben einige Krankenkassen im März 2010 einen Zusatzbeitrag eingeführt, der von allen Versicherten gleichermaßen zu bezahlen ist. Daraufhin haben jedoch viele Versicherte die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung genutzt und wechseln nun zu einer anderen Krankenkasse, die derzeit noch auf den Zusatzbeitrag verzichtet. Die DAK, die Angestellten Krankenkasse, verlor daraufhin rund 40.000 Versicherte, bei der Deutschen BKK gingen 60.000 Kündigungen ein. Von dieser Wechsel-Welle konnten in erster Linie die Techniker Krankenkasse TK (Plus 60.000 Versicherte) und die Barmer GEK (Plus 9.000 Versicherte) profitieren, wobei zumindest letztere Krankenkasse wohl noch im Sommer 2010 ebenfalls einen Zusatzbeitrag einführen wird.

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