Gesetzlich Versicherte: Millionen Patienten erhalten neue Präparate

Wer regelmäßig auf bestimmte Medikamente angewiesen ist, erhält in der Regel immer das gleiche Präparat für sein Rezept. Millionen gesetzlich Versicherte müssen sich jetzt jedoch umgewöhnen. Grund sind die neuen Rabattverträge der gesetzlichen Krankenkassen, die mit dem 1. Januar in Kraft getreten sind.

Auswahl der Präparate

Die Auswahl des richtigen Medikaments etwa bei einer chronischen Erkrankung erfolgt in der Regel hinsichtlich der Wirksamkeit des Wirkstoffs, aber auch der Verträglichkeit bzw. dem Auftreten von Nebenwirkungen des entsprechenden Präparats. Bei Medikamenten, für die der Patentschutz abgelaufen ist, spielt aber zudem auch noch der Preis des Präparats eine entscheidende Rolle. Denn in diesem Fall sind unter Umständen kostengünstigere Generika verfügbar – also Präparate, die denselben Wirkstoff und damit die gleiche Wirkung aufweisen, aber für die Krankenkasse geringe Ausgaben bedeuten.

Geringere Kosten bei gleicher Wirkung

In regelmäßigen Abständen werden für solche Medikamente, die sogenannten Rabattverträge mit den einzelnen Krankenkassen neu verhandelt. Die Pharmafirmen machen den Kassen hierbei Angebote und garantieren gleichzeitig, dass sie das entsprechende Medikament in der erforderlichen Menge bereitstellen können. Wer das Medikament bei gleichbleibender Qualität zum günstigsten Preis bieten kann, erhält von der Krankenkasse den Zuschlag. Auf diese Weise sollen die Gesundheitskosten gesenkt werden.

Apotheker müssen Patientenvertrauen stärken

Die Rabattverträge gelten dabei in der Regel für zwei Jahre, viele laufen nun zum 1. Januar oder zum 1. Februar aus. Der Deutsche Apothekerverband verdeutlichte dazu in Berlin, dass es Aufgabe der Apotheker sei, das Vertrauen der Patienten – insbesondere dann, wenn sie bereits lange Zeit ein anderes Präparat erhalten haben – in die neuen Präparate zu stärken. Den gesetzlich versicherten Patienten müsse klargemacht werden, dass es sich nicht um ein anderes Medikament handele, auch wenn die Verpackung und auch das Aussehen der Arzneien selbst nun unterschiedlich seien.

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