Generali will privat Krankenversicherte per App kontrollieren

Die Generali Krankenversicherung will in den nächsten 12 bis 18 Monaten eine neue App auf den Markt bringen, die die Gesundheit der Versicherten misst. Die App soll überprüfen, wie viel Sport die Mitglieder treiben und wie gesund sie sich ernähren. Aus Sicht von Daten- und Verbraucherschützern ist das Vorhaben der Generali heikel.

Als erster großer Versicherer in Europa will die Generali Krankenversicherung eine App einsetzen, um den Lebensstil der Nutzer zu dokumentieren. Mit der Technik sollen Versicherte persönliche Informationen über sportliche Aktivität und gesunde Ernährung mitteilen, damit der Versicherer über ihre gesundheitliche Situation aufgeklärt ist. Für die Teilnahme bietet die Generali Krankenversicherung finanzielle Anreize wie Prämien, Vergünstigungen und Gutscheine. Diese sollen Kunden ermutigen, die neue Funktion zu nutzen. Der Gesundheitszustand der Mitglieder soll künftig sowohl bei der privaten Krankenversicherung als auch bei der Lebensversicherung kontrolliert werden. Verbraucherschützer betrachten die neue Technik kritisch, weil noch zahlreiche Fragen ungeklärt sind.

Generali Krankenversicherung: Überwachung oder Anreiz für gesundes Leben?

Die Generali Krankenversicherung betrachtet ihre Idee als gesundheitsfördernde Maßnahme. Die App soll den Versicherten helfen, auf ihre Ernährung zu achten und sich ausreichend viel zu bewegen. Außerdem dokumentiert die App Vorsorgetermine beim Arzt. Kurz gesagt: Im Austausch für ihre Offenheit hilft der Anbieter seinen Kunden gesünder zu leben, so der Konzernchef der Generali gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Kritiker betrachten diesen Handel mit Skepsis, da sie folgenschwere Konsequenzen für das Gesundheitssystem fürchten.

Generali Krankenversicherung: Vorsicht bei Überwachung per App

Daten- und Verbraucherschützer sehen die neue Technologie kritisch. Neben der ungeklärten Frage, wer Zugang auf die Daten hat, gibt es ein weitaus größeres Problem. Es stellt sich die Frage, wer die finanziellen Aufwendungen für die App-Nutzer künftig zahlen wird. Die Vermutung drängt sich auf, dass auf lange Sicht diejenigen mit höheren Beiträgen rechnen müssen, die sich gegen die gesundheitliche Kontrolle per App stellen, kritisiert die Süddeutsche Zeitung. Das Konzept der Kontrolle mit technischen Mitteln wird bereits seit einem Jahr in Deutschland bei der Kfz-Versicherung genutzt. Im Vergleich zu Italien und Großbritannien ist die Resonanz allerdings schwach.

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