Gen-Technik: Genom des Pest-Erregers entziffert

Forschern ist eine einzigartige Leistung gelungen – sie haben das Genom des Pest-Erregers Yersinia pestis entschlüsseln können. Dem Team der McMaster University ist damit nicht nur der Nachweis gelungen, dass der „Schwarze Tod“ tatsächlich auf das Bakterium zurückzuführen ist, auch die Verbreitungswege haben sich identifizieren lassen. Für die moderne Wissenschaft lassen sich daraus Erkenntnisse zur Verbreitung von Krankheiten gewinnen.

Zweifel am Schwarzen Tod

Lange haben Forscher gerätselt, ob es sich beim Schwarzen Tod tatsächlich um den Erreger Yersinia pestis handelte.

Den Wissenschaftlern der McMaster University ist beim Nachweis und der Aufklärung dieser Frage gewissermaßen der Zufall behilflich gewesen. Auf einem Londoner Friedhof wurden die Überreste von Pest-Opfern gefunden, bei denen man Spuren von Yersinia pestis identifizieren konnte. Neben dieser bereits aufsehenerregenden Entdeckung haben die Forscher einen weiteren wichtigen Beitrag zum Verständnis der Pest-Epidemie liefern können.

Nach der Entschlüsselung des Genoms haben die Forscher das „alte“ Pest-Bakterium mit den neuen Verwandten verglichen und sind dabei auf Beeindruckendes gestoßen. So hat sich der Stamm Yersinia pestis erst kurz vor dem Auftreten der ersten Krankheitswelle entwickelt. Der tödliche Keim muss den Untersuchungen der Forscher zufolge kurz vor Ende des 13. Jahrhunderts entstanden sein.

Pest-Epidemie als Lehrstück

Die Tatsache, dass Yersinia pestis sich quasi im Mittelalter entwickelte, hatte für die damalige Welt enorme Auswirkungen, da der Keim bisher nicht in Erscheinung getreten war. Daher waren die Menschen im Mittelalter bzw. deren Immunsystem auf das Bakterium nicht vorbereitet. Diese Tatsache – das Fehlen einer funktionierenden Abwehrreaktion – machen Wissenschaftler dafür verantwortlich, dass die Pest in Europa Millionen Todesopfer fordern konnte.

Aus Sicht der modernen Medizin und Seuchenkontrolle ist die Pest damit ein Lehrstück, wie sich Krankheiten bzw. neue Erreger binnen kurzer Zeit verbreiten können. Für die Forscher, welche die Entwicklungsgeschichte von Yersinia pestis anhand von Punktmutationen nachzeichnen konnten, ist der Erreger zudem interessant, da dessen Entwicklungsgeschichte erst vor wenigen tausend Jahren beginnt.

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