Fusion: AOK und IKK bilden Gesundheitskasse Südwest

Der Sommer 2011 scheint im Bereich der GKV der Sommer der Großfusionen zu sein. Neben dem Zusammenschluss von IKK classic und Vereinigte IKK haben jetzt auch die Allgemeinen Ortskrankenkassen im Südwesten der Republik die Fusion mit der IKK Südwest ein entscheidendes Stück vorangebracht. Damit ist der Weg frei für entscheidende Veränderungen auf dem Markt der gesetzlichen Krankenkassen.

AOK segnet Fusionspläne ab

Wie die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ am Mittwoch berichtet, haben die Verwaltungsräte von AOK Rheinland-Pfalz und AOK Saarland dem Zusammenschluss mit der IKK Südwest bereits in den ersten beiden Tagen der Woche zugestimmt.

Nun hängt die Fusion nur noch an der Innungskrankenkasse. Hier wird mit einer Zustimmung zur Fusion bereits für den Donnerstag gerechnet. Gibt auch der Verwaltungsrat der IKK Südwest grünes Licht für den Zusammenschluss, könnte dieses Jahr eine weitere große Krankenkasse entstehen – die Gesundheitskasse Südwest.

In der GKV wären ca. 1,9 Millionen Kassenpatienten untergebracht, der Haushalt würde sich auf fünf Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Eine Schwierigkeit, mit der die Fusionspartner zu kämpfen hatten, war die Haftung der IKK Südwest im Rahmen der Innungskrankenkassen. Diese Haftung beläuft sich auf insgesamt 32 Millionen Euro und wird auf zwei Jahre verteilt. Allerdings sehen die beiden Allgemeinen Ortskrankenkassen darin kein Problem, schließlich macht die Haftungssumme pro Jahr nur 0,3 Prozent des Haushaltsvolumens aus.

2. Großfusion im August

Die Bildung der Gesundheitskasse Südwest ist nur eine Großfusion, die dieses Jahr ansteht. Mit dem Zusammenschluss von Vereinigte IKK und IKK classic entsteht bereits im August eine 2. große Krankenkasse. Hauptsitz der neuen GKV soll Dresden – bisher Sitz der IKK classic – sein, die auch unter diesem Namen weitergeführt wird. Die Großfusion führt zu einer gesetzlichen Krankenversicherung mit ungefähr 3,6 Millionen Versicherten und einem milliardenschweren Jahresetat.

Hintergrund dieser Fusion im Bereich der GKV war die schwierige finanzielle Lage der Vereinigte IKK, die in wenigen Wochen ohne einen geeigneten Fusionspartner von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag hätte erheben müssen. Dank des Schulterschlusses mit der IKK classic konnte dieser Schritt aber abgewendet werden.

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