Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht medizinisch notwendig ist. Um Ärger zu vermeiden, gibt Finanztest Privatpatienten einige Tipps, auf was sie achten sollten.

Lassen sich Privatversicherte behandeln, gehen sie in der Regel in Vorkasse und zahlen die Arztrechnung. Diese reichen sie bei ihrer Krankenversicherung ein, die dann die Kosten erstattet. In 90 Prozent der Fälle passiert dies reibungslos, berichtet aktuell Finanztest. Doch manchmal weigern sich Versicherer die Kosten komplett zu übernehmen. Häufig lehnen sie die Kostenerstattung ab, weil die Behandlung aus ihrer Sicht nicht medizinisch notwendig ist, die Rechnung überhöht ist oder der Vertrag die Leistung nicht einschließt. Betroffene reagieren dann unterschiedlich auf die Ablehnung, wie eine Umfrage des Magazins zeigt. Einige bleiben tatenlos und akzeptieren die Entscheidung, andere wehren sich dagegen, legen Einspruch ein und gehen sogar vor Gericht.

Wenn private Krankenversicherer die Kostenerstattung verweigern

Um Probleme mit dem Krankenversicherer bei der Kostenübernahme zu vermeiden, rät Finanztest Privatversicherten dazu, sich vor der Behandlung mit dem Arzt auszutauschen. Denn dieser weiß vielleicht, ob es schon einmal bei der Erstattung gehakt hat. Wer sich unsicher ist, ob der Versicherer beispielsweise für eine Untersuchung aufkommt, sollte sich zunächst einen Kostenvoranschlag vom Mediziner geben lassen und diesen dem Versicherer vorlegen. Außerdem sollten Versicherte die Rechnungen ihres Arztes prüfen. Werden dort zu hohe Gebühren verlangt und diese ohne Vorbehalte gezahlt, kann es sein, dass der Versicherer die Kosten nicht erstattet.

An wen sich Privatversicherte bei Problemen wenden können

Sollte die private Krankenversicherung die Kostenübernahme verweigern, haben Betroffene drei Jahre Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Verjährungsfrist wird dadurch gestoppt, indem sich Privatversicherte beispielsweise mit ihrer Beschwerde an den Ombudsmann wenden. „Diese außergerichtliche Schlichtungsstelle ist die erste Anlaufstelle im Streitfall“, so Finanztest, und kostenlos. Privatversicherte müssen allerdings Geduld mitbringen, denn bis zu einer Entscheidung kann es drei bis vier Monate dauern. Zudem ist das Ergebnis nicht bindend. Dennoch folgen die Versicherer oftmals der Empfehlung des Ombudsmannes.

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