Fehlende Leistungen bei der PKV – Assekurata zeigt Defizite

Die private Krankenversicherung wirbt immer wieder mit den Leistungsvorteilen, von denen Privatpatienten im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten profitieren. Während viele Tarife gerade im Bereich Kostenerstattung etwa für ambulante und stationäre Leistungen mehr bieten als die gesetzlichen Krankenkassen, gibt es Gebiete, wo selbst Premium-Tarife weniger erstatten als die GKV.

Fehlende Leistungen in der PKV

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, geht in der Regel davon aus, rundum gut versorgt zu sein. Selbst günstige Angebote bieten häufig zumindest Vorteile wenn es etwa um Wartezeiten beim Arzt oder der Terminvergabe geht. Allerdings gibt es in fast allen Preisklassen erhebliche Defizite. So sind die Leistungen gerade bei Psychotherapie, Hilfsmitteln und Entziehungsmaßnahmen bei Alkohol- oder Drogensucht oft nur unzureichend.

Privatpatienten erhalten weniger als gesetzlich Versicherte

Die aktuelle Assekurata-Studie „Die Unisextarife in der PKV – Erfüllt die PKV Mindestanforderungen?“ zeigt, dass sich die Lage für die Versicherten zwar immer mehr verbessert. Oft werden aber durch prozentuale Eigenbeteiligungen bei psychotherapeutischen Maßnahmen oder aber Einschränkungen im Bereich der Suchtentwöhnung die Patienten direkt oder indirekt zur Kasse gebeten. Hier gibt es auch keine großen Unterschiede zwischen hochpreisigen Premiumtarifen oder den oft kostensparend orientierten Einsteigertarifen. So konnte beim Assekurata-Test von den Premium-Tarifen nur ein Angebot der Debeka die Anforderungen der Rating-Agentur erfüllen.

Preisentwicklung in der PKV

Die Assekurata-Studie untersuchte zudem die Preisentwicklungen bei der PKV infolge der Einführung der Unisex-Tarife. Diese gelten seit dem 21. Dezember 2012. Neukunden dürfen seitdem nicht mehr hinsichtlich ihres Geschlechts beurteilt werden, so dass Frauen und Männer nun im Unterschied zu früher gleich hohe Versicherungsbeiträge bezahlen. So wurde eine Preissteigerung von durchschnittlich 31,71 Prozent bei den Einsteigertarifen und durchschnittlich 18,63 Prozent im Luxussegment beachtet. Die Autoren der Studie heben jedoch auch hervor, dass die Preisentwicklung nicht nur auf die Umstellung zu den Unisex-Tarifen zurückzuführen sei. In vielen Tarifen habe es demnach auch Leistungserweiterungen gegeben, was sich ebenfalls auf die Versicherungsbeiträge ausgewirkt hat.

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