FDP Wahlprogramm: Für PKV und Beitragsautonomie der GKV

Im Gesundheitswesen will die FDP den „Weg der letzten vier Jahre in ein freiheitliches und vielfältiges Gesundheitssystem fortsetzen.“ Das geht aus dem Entwurf „Bürgerprogramm 2013“ der Partei hervor. Die Wahlfreiheit der Bürger bleibt dabei die „Maxime liberaler Gesundheitspolitik.“

FDP gegen „Einheitskasse“

Die Umfragewerte der FDP waren schon einmal besser und ob es die Liberalen im September 2013 wieder in den Bundestag schaffen, ist noch fraglich. Die Partei bereitet sich zumindest auf eine weitere Legislaturperiode vor und legt ihren Fahrplan für das Gesundheitssystem fest. Wie im „Bürgerprogramm 2013“ zu lesen ist, erteilt die FDP „einer Einheitskasse mit Einheitsversorgung für den Einheitspatienten […] eine klare Absage.“

Stattdessen sollen die Bürger in Deutschland weiterhin die Wahl zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Damit stärkt die Partei weiter der PKV den Rücken. Eine Bürgerversicherung, wie es die SPD fordert, wird es mit den Liberalen nicht geben.

Private Krankenversicherung in Deutschland nach wie vor wichtig

Gleichzeitig spricht sich die FDP für mehr Beitragsautonomie der Krankenkassen aus. Bisher zahlen Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung einen Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent. Ein Wettbewerb zwischen den Kassen findet so nur über die angebotenen Leistungen statt.

Auch Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, hat zuletzt immer wieder die Beitragsautonomie zurückgefordert. Die Krankenkassen hätten so mehr als nur zwei Möglichkeiten – Ausschüttung von Prämien oder Erhebung eines Zusatzbeitrags –, um Versicherte von ihren Kompetenzen zu überzeugen.

Bürgerprogramm 2013: PKV, GKV und Pflege

Ein weiterer zentraler Punkt im Programm für das Gesundheitswesen betrifft eine bessere medizinische Versorgung älterer Bürgerinnen und Bürger. Nach Ansicht der FDP ist Deutschland in vielen Bereichen noch zu wenig auf die alternde Bevölkerung vorbereitet. Daher soll nicht nur die Altersmedizin unterstützt werden, sondern auch eine möglichst gesunde Lebensführung: „Gute Prävention verbessert die Lebensqualität, vermeidet Krankheiten oder zögert ihr Eintreten zumindest heraus.“

Darüber hinaus wollen sich die Liberalen dafür einsetzen, dass eine Pflegeausbildung auch weiterhin für Menschen zugänglich ist, die kein Abitur gemacht haben. Nur mit genügend Pflegekräften könne die Qualität der Pflege auf einem hohen Niveau gehalten werden. Anfang Mai will die FDP über das „Bürgerprogramm 2013“ abstimmen.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr