Familienkrankenversicherung: Experten fordern Abschaffung in der GKV

Krankenversicherung für die Familie

Familienversicherung vor dem Aus

Die beitragsfreie Familienversicherung in der GKV gilt als eine der großen Stärken des Systems. Jetzt fordern Wirtschaftsexperten deren Abschaffung sowie die Einführung eines Beitrags ab 25. Mit diesen Maßnahmen, so die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, ließe sich der Beitrag zur GKV um ca. 0,7 Prozentpunkte reduzieren. Dabei stützt sich die INSM auf eine Studie des Zentrums Generationenforschung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Familienversicherung als „Fehlfinanzierung“

Aus Sicht der Studie, die seitens der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft als eines der Pro-Argumente für ihre Forderung herangezogen wird, macht allein die beitragsfreie Familienversicherung in der GKV ein Volumen von 44,2 Milliarden Euro aus.

Und trägt fast die Hälfte der rund 100 Milliarden Euro, welche laut des Zentrums Generationenforschung als versicherungsfremde Leistungen – oder „Fehlfinanzierungen“ – gelten.

Bernd Raffelhüschen, Professor und Institutsdirektor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bezeichnete die Sozialversicherung in Deutschland als „nicht zukunftstauglich“, was angesichts der Kosten und demografischen Entwicklung vor allem für die gesetzliche Krankenversicherung gilt. Aus diesem Grund müsste die GKV dringend reformiert und ein einkommensunabhängiger Beitrag eingeführt werden. Für Kinder solle – nach Ansicht Raffelhüschens – der Bund aufkommen.

INSM: Familienversicherung als „Herdprämie“

Noch deutlicher Worte findet die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Deren Geschäftsführer Hubertus Pellengahr bezeichnete die beitragsfreie Familienversicherung sogar als „Herdprämie“ und Benachteiligung von Doppelverdienern gegen Familien mit nur einem Beitragszahler. Gleichzeitig wiesen INSM und das Zentrum Generationenforschung in den Aussagen darauf hin, dass auch Elemente der Rentenversicherung dringender Reformen bedürfen.

Scharfe Kritik an INSM-Vorstoß

Aus der Politik kommt indes scharfe Kritik an den Äußerungen und einem Ruf nach der Abschaffung der Familienversicherung. Elke Ferner von der SPD nannte den Vorstoß „zynisch“ und setzte deren Ende mit einer „Aufkündigung des Solidarprinzips“ gleich. Hinter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft stehen Arbeitgeberverbände aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie, was die Behauptung, durch die Abschaffung der Familienversicherung werde zu stabilen Lohnnebenkosten beigetragen, in einem anderen Licht erscheinen lässt.

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