Faktencheck Gesundheit: OP-Atlas der Bertelsmann Stiftung online

Faktencheck Gesundheit Report veröffentlicht

Faktencheck Gesundheit Report veröffentlicht

Deutschland debattiert derzeit über Probleme wie den Ärztemangel und entsprechende Lösungsansätzen. In der Öffentlichkeit unberücksichtigt bleibt dagegen oft die Frage, wie die medizinische Versorgung in Deutschland eigentlich aussieht? Mit dem „Faktencheck Gesundheit“ bringt die Initiative für gute Gesundheitsversorgung (Bertelsmann Stiftung) ein wenig Licht ins Dunkel. Das Online-Portal zeichnet die Verteilung operativer Eingriffe in Deutschland nach und kommt teilweise zu überraschenden Ergebnissen.

Operationen unter der Lupe

Betraut hat die Bertelsmann Stiftung für das Portal das IGES-Institut in Berlin mit der Datenerhebung zu einzelnen Eingriffen.

Dazu gehörte zum Beispiel die Entfernung von Gaumenmandeln, der Kaiserschnitt, die Entfernung des Blinddarms oder die Operation an der Gallenblase zu deren Extraktion. Dabei kommt „Faktencheck Gesundheit“ teilweise zu deutlichen regionalen Unterschieden.

Eine Situation, die natürlich Fragen aufwirft. Wie kann es sein, dass zum Beispiel in den neuen Bundesländern die Gebärmutter häufig entfernt wird oder Diabetes ein weit verbreitetes Problem im Osten zu sein scheint? Die Initiatoren des Portals und Experten halten sich mit Kritik zwar zurück, versuchen sich aber an diplomatischen Erklärungsversuchen. So entstehen Unterschiede zum Beispiel durch demografische Diversifikationen.

Unterschiede nicht immer erklärbar

So hat sich gerade in den neuen Bundesländern die Altersstruktur deutlich nach dem Mauerfall verschoben, was die Häufig der Diabetes-Aufenthalte erklären könnte. Darüber hinaus wirft das Portal „Faktencheck Gesundheit“ aber auch andere Fragen auf. Nicht jeder regionale Unterschied lässt sich mit einer unterschiedlichen Bevölkerungsstruktur erklären. Ein beispielhafter Eingriff wäre der Kaiserschnitt.

Während das sächsische Chemnitz hier lediglich einen Wert von 0,61 erreicht, sticht der Eifelkreis mit einem Wert von 1,51 am anderen Ende der Skala heraus. Die genauen Ursachen für diesen deutlichen Unterschied lassen sich ohne Weiteres nicht klären, die Bevölkerungsstruktur scheint aber keinen ausreichenden Einfluss auszuüben. Ein ähnliches Bild skizziert der „Faktencheck Gesundheit“ der Bertelsmann Stiftung auch in anderen Bereichen. So gehört der Kreis Coburg mit 1,66 bei den Knieoperationen zu den Spitzenreitern, während man im Kreis Stormarn nur auf 0,48 kommt.

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