Experten rechnen mit hohem Zusatzbeitrag der GKV

GKV langt weiter zu

Bislang müssen die rund 5,5 Millionen Mitglieder der GKV, die bereits heute den Zusatzbeitrag leisten, in den meisten Fällen acht Euro pro Monat zum allgemeinen Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung beisteuern.

Glaubt man dem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“, so wird es damit bald vorbei sein. Die Zeitung stützt sich dabei auf das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Uni Köln. Hier prophezeien die Experten bereits für 2013 einen Zusatzbeitrag in der GKV, der bei rund 21 Euro liegt.

2014 steigt der zusätzliche Beitrag zur Krankenversicherung bereits auf 33 Euro. Und erreicht 2020, zum Ende des Jahrzehnts, laut „Mitteldeutsche Zeitung“ die Schwelle von durchschnittlich 120 Euro pro Monat. Legt man acht Euro als Vergleich an, entspräche dies einem Anstieg um das 15-fache. Die Folge: Ein Zusatzbeitrag von fast 1.500 Euro im Jahr lässt sich von vielen Versicherten nicht mehr finanzieren. Bliebe noch die Möglichkeit des Sozialausgleichs aus öffentlicher Hand, den am Ende wieder der Steuerzahler schultern muss.

Defizite in der GKV durch Gesundheitsfonds

Dass die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben müssen, hat nicht unbedingt immer etwas mit Misswirtschaft in den Kassen oder niedrigen Betragszahlungen zu tun. Betrachtet man zum Beispiel die Beiträge aus dem vergangenen Jahr, hätte die gesetzliche Krankenversicherung eigentlich ein dickes Plus in der Kasse haben müssen. Die Milliarden bleiben allerdings unterwegs hängen – im Gesundheitsfonds, der bereits mehr als vier Milliarden Überschuss vorweisen kann. Da bei den Kassen davon aber nichts ankommt, wird dem Verbraucher gleich rechts und links in die Tasche gegriffen.

HKK zahlt Prämie aus

Angesichts der Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit dem Defizit einiger Kassen der GKV und drohender Zusatzbeiträge geht allerdings unter, dass es auch die andere Seite gibt. So schüttet beispielsweise die HKK Ersatzkasse auch 2011 wieder eine Prämie an die Mitglieder aus. Leider haben solche Nachrichten derzeit Seltenheitswert.

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