Ernährung: Darmzellen machen Lust auf Fett

Eine gesunde Ernährung besteht aus Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und im richtigen Maß auch an Fett, Kohlehydraten und Eiweiß. Pommes und Chips stehen nicht gerade in dem Ruf, zu einer gesunden Lebensweise beizutragen. Trotzdem verspüren wir immer wieder einen Heißhunger auf diese „kleinen“ Sünden. Forscher haben herausgefunden, dass unser Darm daran schuld sein kann.

Biologische Droge im Darm

Nehmen wir fettiges Essen auf, steigt der Appetit spürbar.

Eine Tatsache, die vielleicht schon mancher Verbraucher festgestellt hat. Forschern aus den USA ist es jetzt gelungen, die Zusammenhänge näher zu beleuchten. In Tierversuchern verabreichten sie Ratten eine Maisöl-Emulsion. Allein der Geschmack fettreicher Nahrung hatte eine durchschlagende Wirkung. Im Verdauungstrakt der Ratten bildete sich Endocannabinoide. Letztere sind dem Rauschmittel des Hanfs ähnlich und beeinflussen den Stoffwechsel.

Durch die Endocannabinoide wird der Hunger auf Fettreiches weiter angeregt. Eine Tatsache, die erklärt, warum uns Chips, Pommes und andere Speisen mit einem hohen Fettgehalt, so gut schmecken. Über die Endocannabinoide kommt es zu einer höheren Produktion an Verdauungssekret, was den Appetit anregt und damit den Heißhunger zumindest teilweise erklären könnte. Allerdings sind die Erkenntnisse bisher nur theoretischer Natur, haben also keinen praktischen Nutzen.

Endocannabinoide als Therapieansatz

Allerdings sehen die Wissenschaftler in ihrer Entdeckung den Ansatz für neue Therapiemöglichkeiten. Denn mit einer wirksamen Blockade der Endocannabinoide ließe sich der Heißhunger auf fettes Essen bremsen. Wie kommt es aber zu dem Wechselspiel zwischen fettreicher Nahrung und den Botenstoffen? Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um ein Erbe aus dem Tierreich handelt.

Fett ist ein wesentlicher Bestandteil des Zellstoffwechsels, für uns Menschen also unverzichtbar. Allerdings sind die Zeiten, in denen fettreiche Nahrung selten war, längst vorbei. Für den Menschen ist Fett inzwischen jederzeit und in großen Mengen verfügbar, was zu Problemen wie Übergewicht und Adipositas führt. Bis sich aus den Erkenntnissen therapeutische Ansätze entwickeln lassen, bleibt uns nur eine Chance – den Appetit auf Fettes im Kopf zügeln.

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