E-Mail SPAM: Verbraucherzentrale warnt vor unseriöser PKV Werbung

Rund 85 Prozent des E-Mail-Verkehrs besteht aus Nachrichten, die niemand braucht und keiner haben will – es handelt sich um SPAM. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets hat diese Form der unerwünschten Werbung deutlich zugenommen und verbraucht Ressourcen. Jetzt warnen die Verbraucherschützer vor einer neuen SPAM-Masche. Verschickt werden Mails, die eine billige Private Krankenversicherung versprechen, am Ende wahrscheinlich aber nur zum Abgreifen persönlicher Daten gedacht sind.

SPAM tarnt sich als Verbraucherservice

Das eigentlich Perfide an den neuen SPAM-Nachrichten ist die Tatsache, dass die Absender auf das Vertrauen der Empfänger spekulieren.

Getarnt sind die E-Mails als Nachricht einer Verbraucherberatung. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt daher auch eindringlich vor diesen E-Mails. Gabriele Gärtner, Justiziarin der Verbraucherschützer, weist auf die Gefahren hin, welche mit diesen Nachrichten verbunden sind.

Der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen liegen Berichte vor, wonach Kunden die geforderten Daten für den beworbenen PKV-Vergleich angegeben, aber nicht das Erwartete erhalten haben. Daher liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei der SPAM-Welle um die Masche von findigen Adresshändlern handelt, die einfach nur an persönlichen Daten, wie Name, Adresse usw. interessiert sind. Der Tipp: Entweder lassen Internetnutzer die Spammails umgehend über entsprechende Software aussortieren. Oder verschieben sie manuell in den Papierkorb. Hier ist unerwünschte Werbung übrigens am besten aufgehoben.

PKV für 59 Euro

Beworben wird in den Mails eine private Krankenversicherung, die lediglich 59 Euro im Monat kosten sollte. Bei interessierten Neukunden, die solche E-Mails erhalten, sollten umgehend alle Alarmglocken schrillen. Eine PKV auf diesem Preisniveau kann nicht seriös sein, wie Verbraucherschützer noch einmal erklären. Selbst sogenannte Billig-Tarife, die in letzter Zeit aufgrund der Leistungslücken zunehmend Kritik einstecken mussten, sind in der Regel für den Durchschnittsversicherten teurer.

Wer wirklich Interesse an einer privaten Krankenversicherung hegt, sollte sich intensiv mit dem Wechsel auseinandersetzen, um Risiken und Potenziale zu erkennen. Dabei hilft der Blick in die Testberichte von Stiftung Warentest oder die Suche nach Empfehlungen seitens der Verbraucherzentralen. Keinesfalls verlassen sollte man sich auf fadenscheinige Versprechen aus dem Internet.

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