Elektronische Gesundheitskarte ab 1. Januar 2014 Pflicht

Mit dem Jahreswechsel wird die neue elektronische Gesundheitskarte für gesetzlich Krankenversicherte Pflicht. Wer bisher noch immer keine Gesundheitskarte hat, muss bei einem Arztbesuch mit Problemen rechnen.

Lichtbild ist für neue Karte notwendig

Nach Angaben der gesetzlichen Krankenkassen haben rund 95 Prozent der gesetzlich Versicherten mittlerweile die neue elektronische Gesundheitskarte zugeschickt bekommen. Die Krankenkassen haben dazu in den letzten Monaten die Versicherten auf die Umstellung hingewiesen und um ein aktuelles Lichtbild gebeten. Denn dieses ist bisher der einzige große Unterschied zur alten Krankenversichertenkarte. Um einen zukünftigen Missbrauch der Karte vorzubeugen, zeigt diese nun ein Bild des Versicherten. Ausgenommen von der Bildpflicht sind Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.

Bisher nur Speicherung von Stammdaten

Theoretisch ist es auch möglich, neben den altbekannten Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Versichertennummer) weitere Angaben auf der Karte zu speichern. So könnte die Karte dazu genutzt werden, Informationen zu Blutgruppe, Allergien oder Medikamenten auf der Karte abzuspeichern. Allerdings wird dies – auch aufgrund der Kritik von Datenschützern – noch nicht genutzt. Verbraucherschützer fürchten sogar, dass solche sensiblen Patientendaten zum gläsernen Patienten führen würden. Befürworter der Datenspeicherung weisen hingegen darauf hin, dass der problemlose Zugriff auf Informationen zu Allergien und verschriebenen Medikamenten, im Notfall Leben retten könnte.

Alte Versichertenkarte noch nutzbar

Wer als gesetzlich Krankenversicherter noch immer keine elektronische Gesundheitskarte hat, muss allerdings nicht befürchten ab dem 1. Januar nicht mehr behandelt zu werden. Noch bis zum 1. Oktober 2014 können Ärzte Behandlungen über die alte Karte abrechnen. Allerdings muss man dann als Patient innerhalb von zehn Tagen einen gültigen und aktuellen Versicherungsnachweis nachreichen. Möchte man sich diese Umstände ersparen, sollte man schnellstmöglich seine Krankenkasse kontaktieren.

Neue Versicherungspflichtgrenze für PKV

Für Privatversicherte ändert sich zum neuen Jahr hinsichtlich der Abrechnung von Gesundheitsleistungen hingegen nichts. Die einzige wichtige Änderung ist die Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze auf 53.350 Euro brutto jährlich.

 

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