Einmal PKV versichert, immer PKV versichert

Der Rückkehr von einer privaten Krankenversicherung in die gesetzliche ist meist nicht möglich. Diese Regel gilt selbst dann, wenn der private Krankenversicherer den Vertrag wegen arglistiger Täuschung bei Vertragsabschluss auflöst. So hat ein aktuelles Gerichtsurteil zu Ungunsten eines Klägers entschieden, der nach Kündigung zurück in seine alte Krankenkasse wollte.

Die Leistungen der privaten Krankenversicherung sind meist besser und umfangreicher als die der gesetzlichen Anbieter. Aus diesem Grund wollen sich viele Menschen privat absichern. Diese Entscheidung sollte allerdings wohl überlegt sein, da eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse meist nicht möglich ist. In dem Gerichtsprozess wurde beispielsweise ein Urteil gefällt, dass selbst dann die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung unmöglich macht, wenn der private Krankenversicherer den Versicherungsvertrag aufgrund arglistiger Täuschung auflöst.

Richterspruch: Kein Recht auf Rückkehr in die GKV

Das Sozialgericht Düsseldorf hat im Urteil vom 13. Februar 2014 entschieden, dass die gesetzliche Krankenversicherung ein ehemaliges freiwillig versichertes Mitglied ablehnen darf, wenn dieses zurück zu dem Anbieter möchte (Az.: S 8 KR 1061/12). In dem konkreten Fall wurde die Klage eines Mannes abgewiesen, dessen private Krankenversicherung den Vertrag aufgrund einer arglistigen Täuschung annulliert hatte. Der Kläger verschwieg beim Vertragsabschluss mit einem PKV-Anbieter schwerwiegende Erkrankungen.

Als er nach dem Rauswurf zurück zu seiner gesetzlichen Krankenkasse wollte, hat ihn diese allerdings abgelehnt. Der Mann klagte mit der Begründung, dass der Vertrag mit dem PKV-Anbieter wegen der Annullierung nie wirklich existiert hätte und er somit sein Recht auf die Rückkehr in die GKV nicht verloren haben sollte. Doch der aktuelle Richterspruch bestätigte nun die Rechtmäßigkeit der Ablehnung durch die GKV.

Private Krankenversicherung: Beratung hilft den richtigen Anbieter zu finden

Die aktuelle Entscheidung des Düsseldorfer Sozialgerichts führt PKV-Interessierten vor Augen, wie schwer es ist, aus der PKV in die GKV zurückzukehren. Aus diesem Grund sollten sich Kassenpatienten genau überlegen, ob sie sich die verbesserten Leistungen sichern wollen und welcher Anbieter sowie Tarif zu ihnen passt. Mit einer Beratung von Experten können sich Interessierte schnell einen Überblick über Leistungen und Preise verschiedener Anbieter verschaffen. Zudem können sie sich über die finanzielle Situation ihres Wunschanbieters informieren und so auch eventuelle Beitragserhöhungen einkalkulieren.

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