EHEC: Zweijähriges Kind stirbt an Infektion

Zum ersten Mal seit Ausbruch der EHEC-Infektionswelle in Deutschland ist an den Folgen der Erkrankung ein Kind verstorben. Der Zweijährige aus Niedersachsen erlag den Folgen des gefürchteten hämolytisch-urämischen Syndroms ( HUS ) in der Medizinischen Hochschule Hannover am Dienstag. Damit ist er das jüngste Opfer des Erregers, der blutigen Durchfall, Nierenversagen und Blutarmut verursachen kann.

Zahl der Toten steigt auf 35

Mit dem Tod des zweijährigen Kindes ist die Zahl der Toten infolge der Infektion mit dem EHEC-Erreger auf 35 angestiegen.

Neben dem Jungen erkrankten weitere Familienmitglieder – der Vater sowie Geschwister. Allerdings war deren Zustand weniger kritisch, sie befinden sich auf dem Weg der Besserung. Bei dem toten Kind hatte sich das gefährliche hämolytisch-urämische Syndrom entwickelt, welches unter anderem durch die Auflösung der roten Blutkörperchen sowie akute Schädigungen der Niere gekennzeichnet ist.

Für Deutschland zog das Robert Koch Institut aber eine positive Bilanz. Die Zahl der Fälle sinkt, es befinden sich weniger Patienten in Behandlung als zu Spitzenzeiten der EHEC-Welle. Allerdings bereitet der Erreger weiterhin Probleme. Zwar lässt sich dessen Spur bis zu den Sprossen und dem Hof in Niedersachsen zurückverfolgen. Wie der EHEC-Erreger allerdings die Sprossen kontaminieren konnte, ist auch den Experten bisher unklar.

Probleme mit Organen und Blut

Und ein weiteres Problem bereitet den Experten Sorge. Aufgrund des hohen Bedarfs der letzen Tage schwinden die Reserven an Blutplasma. In einigen Regionen ist die Lage bereits so kritisch, dass aus anderen Teilen der Bundesrepublik mit Blutkonserven ausgeholfen werden muss. Und auch die hohe Zahl der Patienten mit schweren Schädigungen der Niere wird zur Herausforderung. Es sind dringend Organspenden erforderlich, um den Patienten ein unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Daher rufen Mediziner und medizinische Dienste die Bevölkerung zu einer höheren Spendenbereitschaft auf – sowohl im Bereich der Organ- wie auch der Blutspende. Nur auf diese Weise lassen sich die Folgen der EHEC-Welle für die Krankenhäuser und das Gesundheitswesen überwinden.

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