EHEC: Sprossen in Niedersachsen die Quelle?

Ist die Quelle für den Erreger der aktuell in Norddeutschland grassierenden EHEC-Epidemie gefunden? Zumindest scheinen einige Anzeichen darauf hin zudeuten. Wie am Wochenende bekannt wurde, soll ein Biohof aus Bienenbüttel/ Landkreis Uelzen die heiße Spur sein, nach der Experten aus verschiedenen Laboreinrichtungen in Deutschland fieberhaft gefahndet haben. Der Biobetrieb vertreibt Sprossen und Keimlinge verschiedener Pflanzen, die gern als Zutat in Salaten und Beilagen verwendet werden.

Biohof als EHEC-Quelle?

Voreilige Schlüsse will aber niemand nach der Fehlmeldung um die spanischen Gurken ziehen.

Der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr wies am Sonntagabend zwar auf deutliche Spuren hin, die in den Landkreis Uelzen führen. Aber in diesem Zusammenhang von der alleinigen Quelle für den EHEC-Erreger zu sprechen, behielt sich Bahr noch vor. Zuerst müssen die Laboruntersuchungen abgewartet werden. Wichtigster Schritt ist die schnelle und vor allem zweifelsfreie Identifikation des gefährlichen Erregers.

Presseberichten zufolge sollen die Ergebnisse bereits Anfang dieser Woche vorliegen. Ein Hinweis, dass der Biohof die lange gesuchte Quelle sein könnte, ist die Tatsache, dass Mitarbeiter an Durchfall erkrankten. Für Entwarnung ist es aber nach wie vor zu früh. Über das Wochenende stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der EHEC-Infektion auf 21. Die Zahl der behandelten Fälle/Verdachtsfälle ist nach wie vor hoch. Mehr als 620 Patienten sollen unter dem hämolytisch-urhämischen Syndrom leiden.

Kontamination rätselhaft

Für den Betreiber des Biohofs, der 18 Sprossenmischungen vertreibt, ist die Kontamination derzeit ein Rätsel. Nach dessen Angaben werden keine tierischen Dünger für die Sprossen und Keimlinge benutzt. Die EHEC-Erreger leben in den Verdauungsorgangen von Wiederkäuern und gelangen zum Beispiel über Kot, aber auch Dünger in die Umwelt. Experten schließen allerdings nicht aus, dass die eigentliche EHEC-Quelle aus Zusatzstoffen stammt.

Genauso besteht weiterhin die Gefahr, dass Sprossen o. Ä. Lebensmittel aus dem Ausland mit den Keimen verunreinigt sind. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu einer Woche und dem Auftreten schwerwiegender Symptome erst nach mehreren Tagen ist es schwierig, die Lebensmittelkette der Betroffenen zu rekonstruieren.

 

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