EHEC: RKI warnt vor Salat, Gurken und Tomaten

Der EHEC-Erreger sorgt in Deutschland weiter für Unruhe. Inzwischen beobachtet auch die EU die Entwicklung mit Sorge. Das Robert Koch Institut hat zwar bisher noch nicht die genaue Quelle der Infektion lokalisieren können. Allerdings wird vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Blattsalaten und Gurken gewarnt, insbesondere wenn sie aus Norddeutschland kommen. Die Zahl der Erkrankungen ist derweil von Dienstag auf Mittwoch noch einmal massiv angestiegen.

Mehr als 600 Verdachtsfälle

Am Mittwoch sollen in deutschen Krankenhäusern rund 600 Verdachtsfälle des enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakteriums gezählt worden sein.

Zum Vergleich: In einem „normalen“ Jahr treten in Deutschland nur zwischen 800 und 1.200 Fälle einer EHEC-Infektion auf. Die aktuelle Welle hat nach Expertenmeinung bereits jetzt ein historisches Ausmaß erreicht. Denn anders als zu Beginn der Infektionswelle mit dem Bakterium sind die Verdachtsfälle nicht mehr auf den Norden Deutschlands beschränkt.

Mittlerweile werden aus fast allen Bundesländern, ausgenommen Rheinland-Pfalz, Verdachtsfälle gemeldet. Und auch bei einigen Toten ist der Erreger inzwischen sicher nachgewiesen. Der Schwerpunkt der EHEC-Infektionen liegt aber weiter im Norden. Hamburg und Schleswig-Holstein haben bisher rund zwei Drittel der EHEC-Erkrankungen gemeldet. Gegenüber Dienstag stieg am Mittwoch die Zahl der Erkrankungen weiter – von 460 auf rund 600 Patienten.

Schwere Verläufe nehmen zu

Mit der Fallzahl steigt auch die Zahl der Patienten, bei denen die Infektion mit dem enterohämorrhagische Escherichia coli einen schweren Verlauf nimmt. Inzwischen sollen 140 Patienten betroffen sein, die vom HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) betroffen sind. Hier führt die Infektion mit dem pathogenen E. coli-Stamm zu Nierenschäden und einer Zerstörung der Blutkörperchen.

Insbesondere ältere Patienten und Kinder sind besonders gefährdet. Wie akut die Situation ist, erklärte der Hamburger Nierenspezialist Rolf Stahl: Man müsse „damit rechnen, Patienten zu verlieren.“ Derzeit werden allein im Klinikum Hamburg-Eppendorf mehr als 45 Personen behandelt, darunter auch ein gutes Dutzend Kinder.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr