EHEC: GKV-Verband tritt für Kostenübernahme ein

Über Wochen hat der EHEC-Stamm HUSEC041 (O104:H4) Deutschland fest im Griff gehalten. Die akute Infektionswelle scheint langsam abzuebben ( siehe Bericht EHEC aktuell ). Allerdings bleiben Probleme. Einerseits stellen sich Experten die Frage, wie überlebensfähig der Keim in der Umwelt ist. Und auf der anderen Seite steht die Frage, wer für die Kosten der Infektionswelle aufkommt. Speziell bei den Kliniken geht die Angst um, auf den Behandlungskosten der EHEC-Patienten sitzen zu bleiben.

Millionen für EHEC-Behandlung

Eine Tatsache, welche für die einzelnen Kliniken einer Millionenbelastung entspricht.

So liegt allein für das Uniklinikum Schleswig-Holsteins der finanzielle Aufwand, den die Behandlung der Patienten mit EHEC hinterlassen hat, bei 2,8 Millionen Euro. Vielen anderen Krankenhäusern – gerade in Norddeutschland – geht es ähnlich. Hier hat der Erreger förmlich Löcher in die Budgets der Kliniken geschlagen, die zeitweise Dutzende an Patienten gleichzeitig behandeln mussten.

In den südlicheren Regionen der Bundesrepublik sieht die Lage etwas entspannter aus, hier traten deutlich weniger Fälle der EHEC-Infektion und der Folgeerkrankung HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) auf. Glaubt man den Aussagen gesetzlicher Krankenkassen sowie dem Spitzenverband der GKV, werden die Kliniken auf den Behandlungskosten nicht sitzen bleiben.

Spitzenverband sagt Hilfe zu

Neben der AOK-Nordwest, die bereits Anfang der Woche eine Kostenübernahme in Aussicht stellte, folgt auch der Spitzenverband der GKV dieser Haltung. Laut Verband sollen die Kosten für Behandlungen von EHEC-Patienten voll übernommen werden. Derzeit wird nach einer Lösung gesucht, wie sich diese Kostenübernahme am besten abwickeln lässt. Im Gespräch ist scheinbar auch die Idee, den Überschuss des Gesundheitsfonds zur Deckung der Behandlungskosten heranzuziehen. Hier dürfte das Gesundheitsministerium allerdings noch ein Wörtchen mitreden.

EHEC: Gefahr nicht gebannt

Auch wenn die Infektionswelle abflaut – wirklich gebannt ist die Gefahr nicht. Denn der Erreger kann immer wieder auftauchen. Insbesondere Proben aus deutschen Binnengewässern, die positiv auf EHEC-Erreger getestet worden, werfen Fragen auf. Sind die Erreger in der Lage, sich in der Umwelt einzunisten. Und falls ja – drohen dann Jahr für Jahr neue Infektionswellen?

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr