EHEC: Führt die Spur nach Ägypten?

Die EHEC-Welle in Deutschland flaut allmählich ab und viele Experten atmen langsam wieder auf. Die Suche nach der Quelle für die Infektion geht aber trotzdem weiter. Denn obwohl bereits Gurken aus Spanien in Verdacht standen und sich später Sprossen als Übeltäter erwiesen haben, ist der eigentliche Ursprung des aggressiven Erregers nach wie vor unbekannt. Experten zweier EU-Behörden gehen inzwischen davon aus, dass der Keim aus Ägypten stammt.

Bockshornklee als Verdächtiger

Beim verdächtigten Saatgut handelt es sich um Bockshornkleesamen, die angeblich aus Ägypten stammen sollen.

Auf die Spur gebracht hatte die Experten von EFSA (European Food Safety Authority bzw. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und die ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control bzw. Europäisches Zentrum für Seuchenprävention und –kontrolle) eine ungewöhnliche Häufung des HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) in der französischen Hafenstadt Bordeaux. Hier wurden 15 Krankheitsfälle gemeldet

Das Besondere: Die französischen Fälle in Bordeaux stehen offensichtlich in keinem erkennbaren Zusammenhang mit dem deutschen Biohof, der für die Epidemie hierzulande verantwortlich sein soll. Im Gegenteil – die Betroffenen hatten teilweise Sprossen eines lokalen Erzeugers aus Frankreich gegessen. Dessen Saatgut führte die Experten auf eine Spur nach Großbritannien, Deutschland und von hier nach Ägypten. Die Bockshornkleesamen sollen laut „Ärzte-Zeitung“ von dem Saatgut-Händler agaSAAT GmbH stammen, der diese aus dem Land am Nil bezogen hat.

Chargen bereits Monate alt

Was die Ursachenforschung für die Experten zusätzlich erschwert ist die Tatsache, dass es sich bei den umstrittenen Chargen der Samen um Lieferungen handelt, die bereits mehrere Monate bzw. sogar Jahre alt sind. So sollen die Bockshornkleesamen, welche für den Ausbruch in Frankreich verantwortlich sind, noch aus dem Jahr 2009 stammen. Für die EHEC-Welle in Deutschland machen die Experten dagegen Saatgut verantwortlich, das aus dem vergangenen Jahr stammt.

Die Suche nach dem Ursprung des EHEC-Erregers läuft also weiterhin. Allerdings machen Gesundheitsexperten der Öffentlichkeit nur bedingt Hoffnung, dass die Quelle tatsächlich gefunden werden kann. Die Warnung vor dem Verzehr der Sprossen hat also auch weiterhin Bestand.

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