EHEC: Experten warnen vor Erreger in Trinkwasser
Mit dem Abflauen der EHEC-Infektionswelle kehren viele Verbraucher wieder zum Alltag zurück und greifen zu Gurken, Tomaten und Blattsalaten. Auch viele der Patienten, die über Tage in deutschen Krankenhäusern lagen, sind inzwischen wieder im Alltag angekommen. Jetzt warnen Experten vor einer unterschätzen Gefahr – dem EHEC-Erreger im Trinkwasser. Denn nach Ansicht von Spezialisten kann sich der Keim in der Umwelt einnisten und das es der Erreger darauf anlegen wird, „irgendwann wieder in den Menschen zu kommen“.
Patienten weiter Risikogruppe
In den Augen einiger Experten wird die Gefahr eines Einnistens in der Umwelt weitgehend unterschätzt.
Denn sie scheiden den Keim auch noch Tage nach dem Abflauen der Symptome aus. Über die Exkremente gelangt der Erreger anschließend in den Abwasserkreislauf und über die Klärwerke in die Umwelt. Wahrscheinlich lässt sich auch so der Fund des EHEC-Erregers in einem Bach bei Frankfurt/Main erklären. Da Partikelfilter in der Regel gegen Mikroorganismen von der Größe des Keims unwirksam sind, ist eine Reinigung der Abwässer im erforderlichen Umfang nicht möglich.
Mehr Kontrolle erforderlich
Besonders kritisch sehen die Experten kleinere Wasserwerke oder private Brunnenanlagen. Da in den großen Ballungszentren Kontrollen der mikrobiellen Belastung teilweise mehrfach täglich durchgeführt werden, ist die Gefahr in größeren Städten eher gering. Allerdings werden gerade kleinere kommunale Anlagen seltener überprüft, weshalb eine Gefährdung hier eher ins Auge gefasst werden muss. Laut Umweltbundesamt kann die Gefahr allerdings vernachlässigt werden.
Hintergrund ist das pro Kopf gesehen seltene Auftreten des EHEC-Erregers. Bis 23. Juni 2011 zählte das RKI (Robert Koch Institut) insgesamt 2.890 Fälle einer EHEC-Infektion und 827 Fälle mit HUS. Den Folgen der Infektion erlagen bisher 43 Personen, davon 29 dem hämolytisch-urämischen Syndrom.
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