EHEC-Erreger: gefährliche Kreuzung

Schulmedizin, Fortschritt und Antibiotika wiegen die Menschen in Sicherheit. Viele Verbraucher glauben, dass wir Sieger gegen Krankheitserreger sein werden. Wie trügerisch diese Einschätzung ist, zeigt die aktuelle EHEC-Infektionswelle. Denn Wissenschaftler haben in den vergangenen Tagen herausgefunden, dass es sich um eine neue Variante des Bakteriums handelt, die aus einer Kreuzung zweier Erregertypen entstanden ist. Unterdessen ist am Donnerstag die Zahl der Toten weiter gestiegen.

19 Todesfälle durch EHEC-Erreger

Der EHEC-Erreger verunsichert derzeit nicht nur die Bevölkerung.

Auch Mediziner reagieren besorgt und verunsichert auf die aktuelle Infektionswelle, die von einigen Experten bereits als Epidemie beschrieben wird. Denn der EHEC-Erreger ist weitaus aggressiver als alle bisherigen Bakterienstämme. Eine Tatsache, die den besonderen Eigenschaften geschuldet ist. Zwei bereits bekannte Bakterienstämme haben Teile ihre Erbgutes ausgetauscht mit dem Ergebnis, dass ein Keim entstanden ist, der höhere Giftmengen produziert.

Daraus lässt sich unter anderem die hohe Zahl der schweren Krankheitsverläufe erklären. Inzwischen ist laut „Welt“ die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf 19 gestiegen. Neben NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein sind auch in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg erste Todesfälle aufgetreten. Etwas ruhiger scheint dagegen die Lage im Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

HUS-Zahlen nehmen deutlich zu

Besonders die Häufigkeit des HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) ist besorgniserregend. Anders als bei herkömmlichen Infektionen mit EHEC-Erregern löst die aktuelle Variante scheinbar deutlich mehr schwere Krankheitsverläufe aus. Auf die ca. 2.000 gemeldeten Fälle kommen inzwischen mehr als 500 Fälle des hämolytisch-urämischen Syndroms. Damit ist ca. jede vierte Infektionen mit den gefürchteten Komplikationen verbunden.

Zum Vergleich: In „normalen“ Jahren treten zwischen 800 und 1.200 EHEC-Infektionen auf, die Zahl der HUS-Fälle liegt i.d.R. unter 100. Solange die Quelle für den neuen Erreger nicht gefunden ist, dürfte die Verunsicherung der Bevölkerung anhalten. Laut WHO sollen inzwischen Meldungen über Verdachtsfälle aus zehn Ländern kommen. EHEC wird also zu einem internationalen Problem.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr