EHEC: Ärzte hoffen auf Wirkstoff Eculizumab

Die Zahl der Verdachtsfälle einer EHEC-Infektion ist am Wochenende weiter gestiegen. Inzwischen sollen es mehr als 1.200 Patienten sein, die unter einer Infektion mit dem enterohämorrhagische Escherichia coli EHEC leiden. Die Hoffnungen der Ärzte ruhen nun auf einem neuen Wirkstoff – Eculizumab. Der monoklonale Antikörper soll sich 2010 bei einigen Fällen bewährt haben. Ob Eculizumab hilft, die Folgen der aktuell grassierenden EHEC Welle einzudämmen, muss abgewartet werden.

EHEC – Zahl der Todesopfer gestiegen

In der vergangenen Woche warnten Experten davor, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte.

Aus dieser Warnung scheint nun Gewissheit zu werden. Wie Zeitungen am Montag berichten, sollen inzwischen zehn Patienten an einer Infektion mit dem EHEC-Erreger verstorben sein. Jörg Debatin, Professor und Leiter des Universitätsklinikums Eppendorf, warnte vor weiteren Hiobsbotschaften. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir auch jüngere Patienten verlieren.“

Unter den Verstorbenen ist der Anteil der Frauen besonders hoch. Was den Erreger so gefährlich macht, ist der schwere Verlauf der Infektion. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und der blutige Durchfall kennzeichnen die Erkrankung, die bis zum HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom, führen kann. Letzteres führt zum Nierenversagen und am Ende auch zum Tod.

Zahl der HUS-Fälle dramatisch

Das hämolytisch-urämische Syndrom ist die eigentliche Gefahr der EHEC-Infektion. Bislang sind nur in den Ländern Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (Quelle: Robert Koch Institut) keine Fälle des HUS aufgetreten. In allen anderen Bundesländern sind Patienten mit dem hämolytisch-urämischen Syndrom in Behandlung. Besonders schwer betroffen sind Hamburg, Hessen, NRW und Niedersachsen. Ob der neue Wirkstoff Eculizumab hilft, können nur die nächsten Tage zeigen.

 

Eculizumab: Hoffnungen liegen auf EHEC-Medikament

Allerdings scheinen die Mediziner einen ersten Erfolg zu verzeichnen. Laut der „Ärzte-Zeitung“ hat das Universitätsklinikum Essen einen Patienten erfolgreich mit Eculizumab behandelt. In einem 2. Fall wartet man die Wirkung ab. Die Schwierigkeit: Es fehlt der modernen Medizin schlicht an Erfahrungen mit dem Wirkstoff Eculizumab.

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