EHEC aktuell: Bauern warten auf Entschädigung

Angesichts immer wieder aufflackernder Lebensmittelskandale müsste man vom deutschen Verbraucher eine gewisse Routine bezüglich schlechter Nachrichten erwarten. In den Medien taucht aktuell aber kaum ein anderes Thema so prominent auf wie die Infektionswelle mit dem EHEC-Erreger. Galten bis gestern noch Sprossen und Keimlinge aus Niedersachsen als Auslöser, hat sich bisher auch diese Spur als Sackgasse erwiesen. Der endgültige Beweis fehlt. Was allerdings bleibt, sind gesellschaftliche und vor allem die wirtschaftlichen Probleme der Bauern. Diese hoffen nun auf finanzielle Hilfe.

EHEC – aktuell noch keine heiße Spur

Mittlerweile gibt es unterschiedliche Theorien, wie es zu der Verbreitung der EHEC-Erreger kommen konnte.

So sollen die Super-Bakterien in Biogasanlagen entstanden sein und wurden über deren Rückstände auf den Feldern verbreitet. Fakt ist bislang allerdings nur, dass die derzeit grassierende Infektionswelle auf eine neue Form des EHEC-Erregers zurückgeht. Wo genau der Keim entstanden ist, bleibt offen.

Neben der Theorie zur Biogasanlage gehen einige Experten etwa vom Antibiotika-Missbrauch oder der Verunreinigung von Tankwagen aus. Es gibt viele Vermutungen und theoretische Überlegungen, wie der Keim entstanden sein könnte. Beweisen lässt sich indes keiner der Ansätze. Und auch wie der Erreger in den Nahrungsmittelkreislauf gelangte, bleibt im Dunkeln – zumindest solange die Quelle nicht gefunden wurde.

Wirtschaftlicher Schaden für Bauern durch EHEC

Die Leidtragenden sind aber nicht nur die Patienten und die Angehörigen derer, die den Komplikationen der Erkrankung erlegen sind. Auch die Landwirte, welche sich an alle Vorschriften halten und Jahr für Jahr unzählige Kontrollen über sich ergehen lassen, gehören zu den Verlierern. Die Ernährungsempfehlungen – der Verzicht auf Gurken, Tomaten, Sprossen und andere Rohkost – bringen die Landwirte in finanzielle Schwierigkeiten, deren Ware auf dem Feld sprichwörtlich verfault.

Kliniken rufen nach Finanzspritze

Aber auch deutsche Kliniken in Norddeutschland – dem Epizentrum der EHEC-Infektion – spüren die Auswirkungen der Krankheitswelle. So forderte die Deutsche Krankenhausgesellschaft die Bundesregierung auf, den Kliniken mehr finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, um künftige Krisen bewältigen zu können. Schließlich zeige die Infektionswelle, wie wichtig eine gut ausgebaute Infrastruktur im Bereich der Kliniken ist.

Nicht nur die lebensbedrohende Infektion mit dem EHEC-Erreger, sondern auch die aktuellen finanziellen Probleme von Krankenhäusern und Landwirten zeigen auf, wie unzureichend man auch im fortschrittlichen Deutschland auf solche Krisen vorbereitet ist.

 

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