E-Zigarette: Totalverbot möglich

Die E-Zigarette wird als gesündere Alternative zur herkömmlichen Zigarette beworben. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird zunehmend infrage gestellt. Zu den Kritikern zählen unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum und das Bundesgesundheitsministerium. In einigen Bundesländern ist der Verkauf bereits verboten. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum könnten weitere Bundeländer folgen.

Verbot in Bayern, Bremen und NRW

Es gibt keine eindeutige Rechtslage zu E-Zigaretten in Deutschland. Seit Einführung nikotinhaltiger E-Zigaretten sei deren Verkauf in Bayern untersagt, so das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). In Nordrhein-Westfalen sei sie seit Dezember 2011 illegal, seit Januar 2012 auch in Bremen. Laut Martina Pötschke-Langer vom DKFZ könnten weitere Bundeländer ein Verbot verhängen.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens zufolge sind alle derzeit erhältlichen E-Zigaretten nicht zugelassen und nicht geprüft. Laut der Grünen-Politikerin sind sie aufgrund hoher Nikotinhaltigkeit als Arzneimittel einzustufen. Damit müssten sie nach den strikten Auflagen des Arzneimittelgesetzes zugelassen werden. Da keine E-Zigarette als Arzneimittel zugelassen ist, gilt deren Verkauf in NRW als rechtswidrig.

Schädlichkeit der E-Zigarette

Die E-Zigarette erfreut sich großer Beliebtheit boomt, wird aber von immer mehr Experten kritisiert. Es handelt sich dabei um ein Gerät aus Akku und elektrischem Vernebler, in dem eine Flüssigmischung verdampft und inhaliert wird. Dabei wird kein Tabak verbrannt und kein Teer aufgenommen. Die Gesundheitsrisiken und die genauen Inhaltsstoffe der E-Zigarette sind jedoch noch unerforscht.

Laut Marktführer Red Kiwi bei Hamburg ist die E-Zigarette deutlich weniger schädlich als die herkömmliche Zigarette. Mediziner stellen dies jedoch infrage. So warnen Lungenfachärzte vor Schädigungen der Atemwege. Aus einer Untersuchung mit 30 Rauchern gehe hervor, dass bereits nach fünf Inhalier-Minuten in vielen Fällen die Atemwege eingeengt waren. Dies sagte die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie. Dies sei zurückzuführen auf die Wirkung von Propylenglykol. Dieser Stoff mache 90 Prozent des Dampfes aus und wird auch als Frostschutzmittel eingesetzt.

Pötschke-Langer zufolge kann die E-Zigarette ebenso süchtig machen wie die herkömmliche. Zudem sei nicht bewiesen, dass sie dabei helfe, mit dem Rauchen aufzuhören. Auch steht laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung nicht fest, inwieweit eine Gefahr für „Passiv-Dampfer“ vorliegt. In einigen Kartuschen hat die US-Kontrollbehörde FDA giftige Substanzen wie krebserregende Nitrosamine entdeckt. Laut BMG enthalten die benutzten Kartuschen oft neben Nikotin weitere gesundheitsschädigende Substanzen.

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