E-Zigarette: Hannover spricht Verbot aus

In den vergangenen Tagen ist die elektrische Zigarette zunehmend in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses geraten – wegen vermeintlich gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe. Die Stadt Hannover hat jetzt Konsequenzen aus der anhaltenden Kritik gezogen und deren Nutzung verboten. Zwar gilt das Verbot nur für Angestellte der Stadt in öffentlichen Gebäuden. Allerdings könnte der Schritt Signalwirkung auch andere Kommunen haben, die nachziehen.

Streit um rauchfreie Zigarette

[Berlin] Eigentlich war die E-Zigarette als Ersatz für den klassischen Glimmstängel gedacht und sollte mit ihrer Rauchfreiheit punkten.

Der Clou: In der Zigarette wird mittels eines Verdampfers aus einer Flüssigkeit, die Nikotin und weitere Zusatzstoffe enthält, ein Dampf erzeugt, welchen der Raucher inhaliert. Damit wäre ein rauchfreies Rauchen möglich – ohne dessen schädliche Nebenwirkungen.

Allerdings haben in den letzten Tagen mehrere Ämter/Behörden vor dem Gebrauch der E-Zigarette gewarnt. Zuerst wies die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf die Gefahren hin. Laut BZgA sind in den Zigaretten zusätzlich Stoffe enthalten, die beim Verdampfen mit inhaliert werden und von denen eine gewisse Gesundheitsgefahr ausgehen soll. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führte zusätzlich Analysen durch, die zu dem Ergebnis kommen, dass ein erheblicher Teil des Nikotins und der Zusatzstoffe abgeatmet werden.

Passiver Nikotinkonsum kritisiert

Genau diese Untersuchungen werden seitens der Stadt Hannover als Begründung für das jetzt ausgesprochene Verbot der elektrischen Zigarette genannt. Denn durch die Abgabe von Nikotin und Zusatzstoffen an die Umgebungsluft steigt die Belastung für „Passivdampfer“. Konsumenten sollten die Gefahren der E-Zigarette keinesfalls unterschätzen. Analysen legen den Verdacht nahe, dass der Dampf etwa aus 90 Prozent Propylenglykol besteht.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Einsatz von Zusatzstoffen derzeit keinen gesetzlichen Regularien unterliegt, was zu einer erheblichen Intransparenz bei den Zusatzstoffen führt. Allerdings ist der Umgang mit der E-Zigarette schwierig, sie fällt nicht unter die Gesetze zum Schutz der Nichtraucher, was generelle Verbote schwierig macht. Und solange Langzeituntersuchungen fehlen, lassen sich auch die Gesundheitsgefahren lediglich abschätzen, aber nicht empirisch eindeutig belegen.

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