E Zigarette: BZgA warnt vor elektronischer Zigarette

[20.12.2011] Rauchen ist in Deutschland auch nach der Einführung des Rauchverbotes immer noch ein Problem. Viele Verbraucher, die weg vom Glimmstängel wollen, haben in letzter Zeit Hoffnungen auf die E Zigarette gesetzt. Allerdings hat die Warnung des BZgA vom 19.12.2011 diese Hoffnungen zuerschlagen. Der Grund: Die elektronische Zigarette enthält Stoffe, die als gesundheitsschädlich angesehen werden.

E-Zigarette ist gesundheitsschädlich

[Berlin] Das Prinzip einer E-Zigarette ist einfach: Eine Kartusche mit Nikotinlösung wird erhitzt und ein Teil der Lösung verdampft.

Dieser Dampf wird inhaliert und wie bei einer echten Zigarette bildet sich beim Abatmen typischer – aber geruchsloser – Rauch. Das Besondere ist aber die Tatsache, das die E Zigarette ohne schädliche Nebenprodukte wie beim Verbrennungsprozess von Tabak und Zigarettenpapier auskommt.  Für Raucher somit eine echte Alternative, doch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt nun vor der Verwendung von Elektrozigaretten, denn die Kartuschen enthalten nicht nur Nikotin, sondern auch stark gesundheitsschädliche Substanzen.

So wurde nachgewiesen, dass der Dampf aus bis zu 90 Prozent Propylenglykol, welches die Atemwege stark reizt, besteht. Die langfristigen Folgen sind bisher jedoch noch unbekannt. Amerikanischen Forschern der Food and Drug Administration haben außerdem stark krebserregende Nitrosamine in den Kartuschen nachgewiesen.

Des Weiteren sehen Forscher die elektronische Zigarette kritisch – wegen des Potenzials als Einstiegszigarette für Kinder und Jugendliche. Vom deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg geht daher eine Empfehlung aus, die elektronischen Glimmstängel aufgrund des hohen Nikotingehaltes als Arzneimittel einzustufen und es nur in Apotheken zu verkaufen.

Forscher gehen außerdem davon aus, dass durch die E Zigarette keine unterstützende Wirkung bei der Raucherentwöhnung erzielt werden kann, denn sie unterstützt den Konsumenten nicht in seiner Verhaltensänderung, die für eine erfolgreiche Rauchentwöhnung notwendig ist.

Deutsche rauchen zunehmend weniger

Seit Jahren ist der Anteil an Rauchern in der Bevölkerung in Deutschland rückläufig, Untersuchungen des Mikrozensus 2009 haben ergeben, dass noch 25,7 Prozent der Deutschen Raucher sind. Das aktuelle Einstiegsalter für Raucher liegt bei 17,8 Jahren. Auch im europäischen Vergleich belegt Deutschland einen guten dritten Platz, lediglich in Finnland und Norwegen wird noch weniger geraucht.

Trotz des vermeintlich geringen Prozentsatzes der Raucher in Deutschland zeigt sich ein erschreckendes Bild bei eingehender Betrachtung der Zahlen. Denn ein Viertel der deutschen Bevölkerung entspricht gut 20 Millionen Personen und hochgerechnet ergibt sich ein enormer täglicher Konsum.

Pro Tag werden in Deutschland:

  • 229 Millionen Zigaretten,
  • 11 Millionen Zigarren und Zigarillos,
  • 70 Tonnen Drehtabak und Feinschnitt,
  • 2 Tonnen Pfeifentabak

geraucht (Quelle: Statistisches Bundesamt; Gustav-Stresemann-Ring 11; D-65189 Wiesbaden). Den größten Anteil haben daran die 20- bis 25-Jährigen, hier rauchen etwa 44,6 Prozent. Dieser Anteil sinkt in der Gruppe der 45- bis 50-jährigen Personen langsam auf 40,4 Prozent. Bei den 50- bis 55-Jährigen sind es noch 35,1 Prozent, über 75 Jahre raucht weniger als jeder 10.

Im Jahr 2009 hat der Tabakkonsum damit insgesamt 13,6 Milliarden Euro an Steuern in die Kassen des Bundes gespült. Der rückläufige Trend in den Industrienationen führt allerdings dazu, dass die Tabakkonzerne ihr Augenmerk vermehrt in den Schwellen- und Entwicklungsländern legen, so rauchen 68 Prozent aller Männer in Korea und 60 Prozent in Bangladesch.

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