Durchfall: Zahl der EHEC-Fälle steigt weiter besorgniserregend

EHEC und kein Ende in Sicht. Die aktuelle Infektionswelle der gefährlichen Durchfall-Erkrankung scheint weiter ungebremst über Deutschland hinwegzurollen. Nachdem Anfang der Woche in den Medien von einer leichten Entspannung die Rede war, rudern die Zeitungen am Mittwoch wieder zurück. Die Zahl der Erkrankungen steigt weiter, die Quelle ist auch weiterhin unbekannt. Salatgurken, in den vergangenen Tagen als mögliche Ursache identifiziert, scheinen doch nicht der Auslöser gewesen zu sein.

Alles auf Anfang bei der Erregersuche

Als ein Hamburger Labor erste Erfolge bei der Fahndung nach dem gefährlichen Erreger der Durchfall-Erkrankung meldete, schienen die Experten und die Öffentlichkeit kurz aufzuatmen.

Allerdings hat sich die Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Lage zerschlagen. Salatgurken scheinen nicht die Quelle des aggressiven Stammes des Escherichia coli-Bakteriums gewesen zu sein. Die Suche wird inzwischen auch auf tierische Lebensmittel ausgedehnt. Derweil steigt die Zahl der Infektionen.

Zeitungsberichten zufolge sollen inzwischen mehr als 1.500 Verdachtsfälle bekannt sein. Parallel steigt auch die Zahl der Patienten, die mit dem hämolytisch urämischen Syndrom (HUS) behandelt werden müssen. Allein in Hamburg ist die Zahl der Betroffenen inzwischen bei 110 angekommen. Für ganz Deutschland liegt deren Zahl sogar bei mehr als 320 Patienten. Gemessen an dem „normalen“ Auftreten der Erkrankung eine schwindelerregende Zahl. Mittlerweile befürchten einige Experten sogar, dass die Quelle des Erregers gar nicht mehr gefunden werden kann.

Ungewöhnliche Verteilung der Infektion

Was die aktuelle Infektionswelle so ungewöhnlich macht, ist die Verteilung der Erkrankungen. In der Vergangenheit traten EHEC-Erreger insbesondere bei Kindern in Erscheinung. Diesmal scheint es aber genau anders zu sein. Es sind vor allem Erwachsene betroffen, darunter besonders Frauen. Ein Umstand, der das Beherrschen der Infektion für die Mediziner erschwert.

Gleichzeitig sorgt dies für ein weiteres Problem. Der Wirkstoff Eculizumab ist bisher nur bei Kindern zum Einsatz gekommen. Die Dosierung für Erwachsene bzw. dessen Wirkungsmechanismen bei Erwachsenen sind bisher schlicht zu wenig erforscht. Experten gehen deshalb davon aus, dass auch Eculizumab nicht das Allheilmittel gegen den EHEC-Erreger und HUS sein kann.

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