Drogen: Zahl der Behandlungen von Jugendlichen steigt

Alkohol und Cannabis sind unter Jugendlichen ein ernst zunehmendes Problem. Zu diesem Schluss kommt die Techniker Krankenkasse nach einer Auswertung von Zahlen, die vom Statistischen Bundesamt stammen. Wie aus dem Bericht vom 29. Dezember hervorgeht, entfielen allein im letzten Jahr 45.000 Einweisungen in Krankenhäuser auf diese zwei Rauschmittelgruppen. Dabei handelt es sich nur um die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen.

Drogenkonsum ist gewachsen

[Berlin] Damit wurden jeden Tag in deutschen Krankenhäusern mehr als 120 Jugendliche und junge Erwachsene wegen Alkohol- oder Cannabiskonsum stationär behandelt.

Für die Techniker Krankenkasse ein alarmierender Trend, denn im Vergleich mit Zahlen der vergangenen zehn Jahre hat sich die Fallzahl mehr als verdoppelt – der Griff zu Drogen hat in der jungen Generation erheblich zugenommen.

In den Datensätzen, welche die TK für ihre Auswertung herangezogen hat, sind nicht nur akute Fälle verzeichnet, sondern auch Einweisungen, welche auf Verhaltensauffälligkeiten zurückzuführen sind. Trotz dieser Trennung lässt sich für das Gros der Behandlungen von Alkohol- und Cannabisopfern immer noch Alkohol als „Haupttäter“ nachweisen. Im letzten Jahr sind von den 45.000 Einweisungen allein 40.000 im Zusammenhang mit der legalen Droge Alkohol ausgestellt worden.

Akuter Missbrauch nimmt dramatische Formen an

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass von den 40.000 Einweisungen wegen Alkoholmissbrauchs – also rund 90 Prozent der gesamten Einweisungen – 80 Prozent auf einen akuten Missbrauch, sprich die Alkoholvergiftung zurückgehen. Letztere steht in engem Zusammenhang mit dem Komasaufen, das in den letzten Jahren eine zunehmende Gesundheitsgefahr für Heranwachsende darstellt.

Neben den körperlichen Folgen, die von vorübergehenden Schädigungen bis hin zur irreversiblen Zerstörung von Gewebe und Organen reichen können, enthalten die Zahlen einen weiteren Trend – jeder zehnte Jugendliche und junge Erwachsene in stationärer Behandlung zeigte bei der Auswertung der Zahlen aus 2010 bereits Anzeichen einer Alkoholabhängigkeit. Der überwiegende Anteil der Betroffenen ist übrigens männlich, Frauen sind in den Datensätzen in beiden Gruppen unterrepräsentiert.

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