DKV Chef spricht über die private Krankenversicherung: Beitragserhöhung und Dreijahresfrist
In einem Tagesspiegel-Interview äussert sich der DKV-Chef über die Lage der PKV und nimmt Stellung zu den geplanten Beitragserhöhungen, der Verkürzung der Wartezeit (Dreijahresfrist) auf ein Jahr und den steigenden Kosten im Gesundheitswesen
Günter Dibbern, Chef der größten privaten Krankenversicherung in Deutschland gab sich in einem Interview mit dem Tagesspiegel erleichtert über den Sieg der Schwarz-Gelben Koalition und damit über den vorerst gesicherten Status des dualen Systems im Krankenversicherungssektor in der BRD. Die SPD hatte mehrfach die Existenzberechtigung der PKV in Frage gestellt. Gleichzeitig mahnte er die schwierige Lage an, in der auch die privaten Krakenkassen aufgrund weiter steigender Arzthonorare, Behandlungskosten und Medikamentenpreise stecken.
Wegfall der Dreijahresfrist und Verkürzung der Wartezeit auf ein Jahr soll Mitgliederzuwachs im fünfstelligen Bereich bringen
Besonders unter der sogenannten Dreijahresfrist hatten die privaten Krankenversicherungen in der Vergangenheit zu leiden. Danach durften sozialversicherungspflichtige mit hohem Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze erst nach einer Wartezeit von drei Jahren in die private Krankenversicherung wechseln. Das führte zu dramatischem Mitgliederschwund und Wegfall besonders lukrativer Versicherungsnehmer. Mit der Gesetzesänderung und dem Wegfall der Dreijahresfrist können sich zum Beispiel Arbeitnehmer und Angestellte schon nach einem Jahr Wartezeit in einer PKV krankeversichern. Da die PKV für besonders einkommenstarke Beschäftigte den Vorteil der geringeren Kosten und der umfangreichen Leistungen mit sich bringt, wird von einem regen Wechsel in die private Krankenversicherung gerechnet.
Stellungnahme zu Beitragserhöhungen von bis zu 30 Prozent
Die kommenden Beitragserhöhungen vieler privater Krankenkassen begründete der Chef der DKV Krankenversicherung mit dem demografischen Wandel und den gestiegenen Arzthonoraren und Medikamentenkosten. So steigt die Lebenserwartung weiter an und gleichzeitig würden sowohl die Behandlungskosten beim Arzt als auch die Medikamente im Preis steigen. Dies führe zu Kostensteigerungen auch bei den privaten Krankenversicherungen, die weitergegeben werden müssten.
Günter Dibbern räumt weiter ein, auch in den kommenden Jahren nicht um Beitragserhöhungen herum zu kommen.
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