DKV: PKV-Versicherer plant Abkehr vom Billigtarif

Billigtarife stehen bereits seit einigen Wochen in der Kritik. Jetzt hat sich die DKV als eines der führenden Unternehmen im Bereich der PKV dazu entschlossen, einen anderen Weg zu gehen. Der Versicherer will zum Jahresende das Geschäft mit den günstigen Einstiegstarifen auslaufen lassen. Stattdessen will man sich bei dem Privatversicherer DKV wieder verstärkt auf die Premium-Tarife konzentrieren und auf Leistung setzen. Diesen Schritt begründet das Unternehmen mit den Erfahrungen der Vergangenheit.

Keine Billigtarife in der DKV

Die DKV gehörte bislang auch zu den Versicherungsgesellschaften, die mithilfe von billigen privaten Krankenversicherungstarifen Neukunden für die Produkte des Unternehmens interessieren wollte.

Anscheinend hat der Einstieg in dieses Preissegment aber nicht den gewünschten Erfolg erbracht. Im Gegenteil: Die DKV musste feststellten, dass die Tarife Kundengruppen anlocken, für die eine private Krankenversicherung eher ungeeignet ist. Clemens Muth, Chef der DKV, erklärte gegenüber der „FTD“, man wolle lieber wieder das Profil in den höherwertigen Segmenten der PKV schärfen.

Billigtarife als Einstiegslösung

Die günstigen Einstiegstarife locken unter anderem Selbständige und Freiberufler mit einem niedrigen Einkommen an. Eine Tatsache, die etliche Marktteilnehmer kritisch sehen. Auf der einen Seite sind viele dieser PKV Tarife nicht so leistungsfähig wie das Mittelklasse- und Komfortsegment. Auf der anderen Seite hat zum Beispiel die DKV nach eigener Aussage die Erfahrung gemacht, dass selbst billige Einstiegstarife einigen Kunden immer noch nicht günstig genug sind.

Billigtarife haben erhebliche Folgen

Dass sich die DKV von diesem Vertriebsmodell abwendet, könnte Auswirkungen auf die gesamte Branche haben. Bereits seit einiger Zeit rumort es in der Branche. Während Versicherer das Modell Billigtarif verteidigen, fordern andere Gesellschaften eine Abkehr und das Besinnen auf alte Werte. Denn die Discounttarife mit abgespeckten Leistungen sind mitunter für alle Beteiligten nachteilig.

Das Image der Branche leidet, wenn die Leistungen hinter die GKV zurückfallen. Und auch Versicherte tun sich keinen Gefallen, wenn sie auf eine private Krankenversicherung setzen, die ihnen nur einen eingeschränkten Schutz im Krankheitsfall gewährt. Dabei muss gut nicht gleich teuer sein. Die Kosten einer bedarfsgerechten PKV lassen sich durchaus im Rahmen halten, wenn auch überflüssige Leistungen verzichtet wird. Es gilt, genau PKV Tarife genau zu vergleichen und zu berechnen.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr