DKV: Kein Ausbau der Gesundheitszentren

Mit eigenen Gesundheitszentren wollte die DKV (Deutsche Krankenversicherung, ein Unternehmen der Ergo-Gruppe) dem Bereich des Gesundheitsmanagements eine neue Richtung geben. Diesen Plan lässt der private Krankenversicherer nun auslaufen, da seitens der Patienten das Angebot nicht den erhofften Zuspruch erhalten hat.

 

Gesundheitszentren für Privatversicherte

Mit den Gesundheitszentren entwickelte die DKV 2003 ein eigenes Konzept für ein versicherungsnahes Gesundheitsmanagement.

Privatpatienten und Selbstzahler aus den Reihen der Kassenpatienten können sich in den Gomedus-Gesundheitszentren behandeln lassen. Die Ärzte als Leistungserbringer zahlen Miete und eine Gebühr, die für administrative Tätigkeiten abgerechnet wird. Obwohl die DKV für ihre Gesundheitszentren Ballungsräume auswählte, haben die Patienten von der Versorgung nicht den gewünschten Gebrauch gemacht.

Eine Tatsache, welche die Deutsche Krankenversicherung jetzt dazu bewogen hat, das Konzept zu überdenken und den Ausbau zu stoppen. Eigentlich wollte man seitens der PKV an bis zu 15 Standorten über die Gesundheitszentren präsent sein. Bislang sind allerdings nur vier solcher Zentren in Betrieb genommen. Mit dem Stop wird sich deren Zahl auch nicht weiter erhöhen. Stattdessen will man sich wieder auf andere Kompetenzen seitens der DKV konzentrieren.

Kein Abbau der Zentren geplant

Die vier bisher aktiven Gesundheitszentren sollen laut Silke Lautenschläger, Vorstand der DKV, nicht abgebaut werden. Der Betrieb wird in den Zentren weiterlaufen, so Silke Lautenschläger gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Allerdings wird in der Zukunft das Konzept einige Veränderungen erfahren, die Ärzte werden wahrscheinlich nur noch im Rahmen der Sprechstunden in den Zentren anwesend sein.

Woran scheiterte das Konzept der Gesundheitszentren? An dieser Stelle bietet sich Spielraum für Spekulationen. Allerdings sehen Experten die unmittelbare Nähe zwischen Arzt und Versicherung als einen möglichen Grund dafür, dass die Patienten die Zentren nicht im gewünschten Umfang nutzten. Für die DKV ist der Kurs allerdings klar. Man will sich in Zukunft wieder mehr auf die Beratung konzentrieren und die Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern.

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