DKV erhöht PKV-Beiträge zum 1. April 2016

Nachdem der private Krankenversicherer DKV angekündigt hat, seine Beiträge teils um bis zu 130 Euro zu erhöhen, wird die Forderung nach einer Reform der privaten Krankenversicherung laut. Die Anbieter sollten demnach ihre Prämien jährlich moderat ändern können. Da für die Anpassung bisher starre Regeln gelten, drohen auch für andere Privatversicherte deutliche Prämiensteigerungen.

Bei der DKV wird der private Krankenversicherungsschutz für mehr als die Hälfte der Kunden teurer. Denn Deutschlands zweitgrößter privater Krankenversicherer erhöht zum 1. April 2016 die Beiträge für 59 Prozent der Vollversicherten. Teilweise steigen die Prämien um fast 130 Euro pro Monat. Insgesamt beträgt die Beitragsanpassung im Schnitt 7,8 Prozent. Damit liegt die DKV deutlich über dem diesjährigen Branchendurchschnitt laut Map-Report von 4,1 Prozent. Als Grund nennt das Unternehmen gestiegene Gesundheitskosten. Aber auch die Niedrigzinsphase belastet die privaten Krankenversicherer unterschiedlich stark. Da beide Faktoren bei allen Anbietern eine wichtige Rolle spielen, sind auch für Versicherte anderer Unternehmen künftig drastische Beitragsanpassungen möglich.

Beitragsexplosion durch PKV-Reform vermeiden

Um explosionsartige Beitragssteigerungen zu vermeiden, wird der Ruf nach einer Reform der privaten Krankenversicherung laut. „Es wäre besser, wenn die Privatversicherer ihre Beiträge jährlich moderat anpassen würden, statt den Versicherten auf einen Schlag hohe Beitragssteigerungen zuzumuten“, so der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber dem Tagesspiegel. Doch da die Anbieter ihre Prämien nur dann anpassen dürfen, wenn die Lebenserwartung der Kunden um mindestens fünf Prozent oder die Gesundheitskosten um fünf bis zehn Prozent gestiegen sind, kommt es bisher zu den sprunghaften Anpassungen. Hier gäbe es demnach Handlungsbedarf.

Nach DKV-Beitragsanpassung: Was können Versicherte tun?

DKV-Versicherte, die von der aktuellen Preissteigerung betroffen sind, können prüfen, ob der Versicherer einen anderen Tarif mit gleichen Leistungen zu einem niedrigeren Beitrag anbietet. Dann besteht die Möglichkeit eines Tarifwechsels. Der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur dann möglich, wenn Privatversicherte sozialversicherungspflichtig werden und dabei ein Einkommen erzielen, das unter der aktuellen Versicherungspflichtgrenze von jährlich 56.250 Euro brutto liegt. Ab dem 55. Lebensjahr ist die Rückkehr in eine gesetzliche Kasse in der Regel nicht mehr vorgesehen.

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