Die Süddeutsche Krankenversicherung steckt in der Krise

Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) ist eine kleine Versicherung mit einem großen Ruf. Doch seit der Übernahme durch den Manager Ralf Kantak im Jahr 2013 verschlechtert sich die Stimmung im Unternehmen zusehends. Kritiker werfen nun die Frage auf, ob Kalkül hinter dem Strukturwandel steckt. Soll die SDK vom größeren Verbundpartner R + V Versicherung geschluckt werden?

Die SDK zählt insgesamt 634.000 Kunden von denen 168.000 Menschen eine private Krankenvollversicherung abgeschlossen haben. Der beschauliche Kundenstamm ist bisher bei einem soliden und finanzstarken Unternehmen versichert. So hat die SDK immer wieder gute Bewertungen von Stiftung Warentest und Co. erhalten. Weniger positiv sieht es derzeit von Seiten der Mitarbeiter aus. Diese klagen über eine „Stimmung wie im Kühlhaus“, wie aus der Süddeutschen Zeitung (SZ) hervorgeht. Grund für den Unmut: Der Führungsstil des Vorstandschefs Ralf Kantak.

SDK Mitarbeiter „muss man ausquetschen wie Zitronen“

Aus einem internen Kritikschreiben geht der SZ zufolge hervor, dass Kantak seine Vertriebspartner und Vertreter schlecht behandele und er sich abfällig über Mitarbeiter geäußert hätte: So bezeichnete er Mitarbeiter als „Zitronen, die man ausquetschen müsse“, wie dem Schreiben zu entnehmen sei. Darüber hinaus wären Drohungen und Abmahnungen der Belegschaft derzeit an der Tagesordnung.

Streit in der SDK: Was bedeutet das für Versicherte?

Die derzeitig schlechte Stimmung beim privaten Versicherer SDK führen einige Mitarbeiter auf den Führungsstil des Vorstands zurück. Fraglich ist, ob sich hinter dem neuen, raueren Umgangston ein Plan verbirgt. Kritiker befürchten, dass die SDK „absichtlich in den Ruin getrieben wird, um eine Fusion mit der R + V rechtfertigen zu können“, so die SZ. Doch unabhängig vom Verhalten des Vorstands plagt den Versicherer noch ein weiteres Problem: Das Unternehmen macht derzeit einen Umsatz von nur 810 Millionen Euro. Eine Fusion mit dem finanzstärkeren Partner könnte demnach langfristig notwendig sein. Welche Konsequenzen dieser Schritt für SDK Versicherte hätte, ist allerdings unklar.

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