Deutsche BKK: GKV beklagt Mitgliederschwund um 15 Prozent

Die gesetzliche Krankenversicherung kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach der City BKK und den Berichten über Kunden, die scheinbar von der HEK abgewimmelt worden, mehren sich seit einigen Tagen Meldungen über Krankenkassen in Not. Dazu gehört mit der Deutsche BKK eine weitere Betriebskrankenkasse. Die GKV hat in den vergangenen Wochen hunderttausende Mitglieder verloren. Und muss jetzt den Gürtel enger schnallen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zusatzbeitrag scheinbar wieder Ursache

In den Berichten über die marode Finanzlage in den Krankenkassen taucht ein Darsteller immer wieder auf – der Zusatzbeitrag.

Ähnlich der City BKK erhebt auch die Deutsch BKK den Obulus von ihren Versicherten. Und scheint damit gerade junge und gesunde Versicherte zu verprellen. Die Deutsche BKK soll in den letzten Monaten rund 15 Prozent ihrer Mitglieder verloren haben. Unterm Strich kehrten rund 140.000 Mitglieder der GKV den Rücken.

Die Deutsche BKK verlangt den Beitrag seit rund 14 Monaten und greift derzeit mit rund acht Euro dem Versicherten zusätzlich in die Tasche. Dass gerade junge und gesunde Versicherte wechseln, hat einen Grund. Insbesondere ältere Mitglieder der GKV scheuen aus Angst vor Nachteilen einen Wechseln. Was für die Krankenkassen die Einführung des Zusatzbeitrags wiederum brisant macht. Denn mit der Zahl älterer Versicherungsnehmer steigen die Kosten und damit auch der Druck auf die GKV.

Deutsche BKK will sparen

Bislang scheint die Flucht Hunderttausender für die Deutsche BKK aber noch kein so gravierendes Problem, um die Hilfe der anderen Betriebskrankenkassen in Anspruch nehmen zu müssen. Spürbar wird die Wechselbewegung aber schon – in der Deutsche BKK sind die Mitgliederzahlen auf rund 850.000 gesunken. Prozentual wie absolut liegt die Krankenkasse damit auf Augenhöhe mit anderen gesetzlichen Krankenversicherungen.

Für die Krankenkasse heißt es in jedem Fall sparen. Denn im die Kosten auch weiterhin decken zu können, will man den Gürtel enger schnallen. Und überlegt, einige Geschäftsstellen sogar zusammenzulegen. Ein Personalabbau kommt für die Deutsche BKK allerdings bislang noch nicht in Frage.

 

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