Depressionen: Schlafentzug begünstigt Therapie

Schlaf gilt als wesentlicher Bestandteil für Gesundheit und Fitness. Wie allerdings Experten im Bereich der Depressionstherapie auf dem 27 Symposium der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie festgehalten haben, wird die Behandlung von Patienten mit der Diagnose Depression durch das Gegenteil – Schlafentzug – begünstigt. Viel Schlaf soll sich in diesem Fall sogar negativ auswirken.

Differenzierte Sichtweise erforderlich

Depressionen sind ein Phänomen aus dem Bereich der psychischen Erkrankungen, das es in den vergangenen Jahren zu trauriger Berühmtheit gebracht hat.

Allerdings ist der Umgang mit dieser Erkrankung im Allgemeinen von Klischees und Unwissen geprägt. Gerade aufgrund der differenzierten Symptome, zu denen unter anderem Schlafstörungen, erhebliche Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schuldgefühle, Appetitlosigkeit usw. gehören, setzen weite Teile der Bevölkerung das Krankheitsbild mit Erschöpfungszuständen gleich.

Allerdings ist – und in diesem Punkt sind sich viele Experten einig – muss die Depression als Erkrankung wesentlich differenzierter wahrgenommen werden. Dazu gehört auch die Tatsache, dass ärztlich kontrollierter Schlafentzug im Schlaflabor zumindest kurzfristig eine erhebliche Verbesserung bringt. Damit verhält sich das Krankheitsbild Depression anders als viele andere Krankheiten, für die das Credo des gesunden Schlafs gilt.

Schlafentzug nur kurzzeitig erfolgreich

Hier liegt allerdings auch das Hauptproblem. Die bislang größte Herausforderung für die Medizin ist es, den Vorteil des Schlafentzugs möglichst langfristig auszudehnen. Wie entsteht aber dessen positive Wirkung? In den Augen von Experten wie Prof. Dr. Ulrich Hegerl ist es die Tatsache, dass Patienten mit Depressionen von Haus aus unter Schlafstörungen leiden.

Durch die Unterbrechung des natürlichen Schlafrhythmus werden auch die zugehörigen Verhaltensmuster aufgelöst, was zu einer kurzfristigen Aufhellung der Stimmung und einer Verbesserung führt. Allerdings – und hier stößt dieser Behandlungsansatz derzeit an Grenzen – ist dieser Effekt nicht von langanhaltend, sondern nur kurzfristiger Natur. Für die Medizin ist der Schlafentzug trotz allem ein Forschungsansatz, den es sich weiter zu verfolgen lohnt, um die Behandlung der Depression erfolgversprechender zu gestalten.

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