Demenz: Diät verbessert Aktivität im Gehirn

Italienischen Forschern ist in Tierversuchen der Nachweis gelungen, dass das Molekül CREB1 in direktem Zusammenhang mit der Gehirnaktivität steht. Nach Erkenntnissen der Forscher könnte demnach eine lebenslange gesunde Ernährungsweise das Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken, minimieren. Eine verbesserte Produktion des Moleküls konnte mit einer minimierten Nahrungsaufnahme bei Mäusen hervorgerufen werden.

Viele Kalorien erhöhen Demenzrisiko im Alter

[Berlin] Einer italienischen Forschergruppe aus Rom, unter der Leitung von Giovambattista Pani, ist es gelungen, nachzuweisen, dass eine verminderte Nahrungsaufnahme zu einer verbesserten Produktion des CREB1 Moleküls führt.

Dieses Molekül führt dazu, dass für die Langlebigkeit und Funktionalität des Gehirns notwendige Gene aktiviert werden. In der Studie haben die Forscher Mäusen lediglich 70 Prozent der normalen Nahrung zur Verfügung gestellt. Die Folge dieses Experimentes war eine deutliche Steigerung der CREB1 Produktion.

Es besteht also die Möglichkeit, dass eine verminderte Aufnahme von Kalorien zu einer besseren Gehirnfunktionalität im Alter führt – auch beim Menschen. Die Ergebnisse wurden im amerikanischen Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht. Bisher war Forschern zwar bereits bewusst, dass eine verminderte Nahrungsaufnahme zu verbesserten geistigen Fähigkeiten im Alter führt, die Ursache war aber bisher noch unbekannt.

Hoffnung auf Heilung der Alzheimer-Krankheit

Für Patienten besteht nun die Hoffnung, dass in näherer Zukunft eine Heilung oder zumindest Besserung der Folgen von Demenz möglich wird. Denn die italienischen Forscher hoffen, dass es möglich ist, CREB1 nicht nur durch Diäten, sondern auch in Medikamentenform zu erzeugen.

Die Ergebnisse erklären auch, warum statistisch gesehen mehr fettleibige Menschen an Alzheimer erkranken als normalgewichtige Personen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der derzeit 1,3 Millionen Deutschen, die an Demenz erkrankt sind, bis ins Jahr 2050 auf 2,6 Millionen verdoppeln wird. Besonders im Alter über 80 steigt die Zahl der Erkrankungen sprunghaft an. Sind es bei der Personengruppe unter 80 lediglich 6 Prozent und weniger, so sind es bei den 80- bis 84-Jährigen bereits 13,3 Prozent, die unter Demenzerscheinungen leiden. Zwischen 85 und 89 steigt die Zahl auf 23,9 Prozent und bei den über 90-Jährigen ist mehr als ein Drittel betroffen.

Die Erkenntnisse machen aber nicht nur Betroffenen Hoffnung. Auch deren Angehörige würden von einer wirksamen Therapie profitieren, denn Demenz geht in der Regel mit einem hohen Pflegebedarf einher, welcher auch von Angehörigen geleistet wird. Bisher wird diese Leistung auch durch die staatliche Unterstützung nur unzureichend anerkannt. Eine Tatsache, an der auch die aktuell geplante Pflegereform nur wenig ändern wird.

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