Debeka: Privater Krankenversicherer gegen Bürgerversicherung

SPD und die Grünen machen sich für eine Bürgerversicherung stark, um die Probleme des Gesundheitswesens in den Griff zu bekommen. Mit der Debeka Krankenversicherung hat sich jetzt einer der privaten Krankenversicherer zu Wort gemeldet und das System der Bürgerversicherung abgelehnt. In den Augen des Vorstandeschefs der Debeka ist die GKV ein sinkendes Boot, das durch Selbständige und Beamte nicht über Wasser gehalten werden kann.

Bürgerversicherung keine langfristige Lösung

Uwe Laue, Chef des privaten Krankenversicherers, hält die Einführung einer Bürgerversicherung für wenig sinnvoll, um die Probleme im Gesundheitswesen zu lösen.

Nach dessen Meinung reicht es nicht aus, neue Mitglieder in die gesetzlichen Kassen zu holen, die vielleicht kurz- bis mittelfristige Effekte erreichen, langfristig aber keine Auswirkungen haben.

Uwe Laue zog in einer Pressemeldung der Debeka den Vergleich eines untergehenden Bootes heran, dass man nicht mit mehr Menschen über Wasser halten kann. In den Augen des Vorstandschefs der Debeka PKV ist die gesetzliche Krankenversicherung ein defizitäres System, das in einer Sackgasse endet. Über die Einführung einer Bürgerversicherung lassen sich demnach nicht die Probleme der Zeit lösen.

Problemfall GKV

Mit dem Vorstoß der Sozialdemokraten und der Grünen hat in der Versicherungswirtschaft die Angst zugenommen, bei einem politischen Wechsel durch die Bürgerversicherung zur Bedeutungslosigkeit zusammenzuschrumpfen. Dabei muss deren Einführung nicht zwingend in einem Fiasko enden. Eigentlich müsste man lediglich die Modelle der Nachbarländer anschauen, um ein langfristig stabiles Gesundheitswesen zu etablieren. Hier wird das System aus einer Kombination aus einkommensabhängigen Beiträgen und Zusatzbeiträgen finanziert.

Ein mögliches Beispiel wären die Niederländer, die 2006 ein einheitliches Versicherungssystem etabliert haben. Für die private Krankenversicherung sind solche Gedankenspiele allerdings Gift. In den Augen von Debeka-Vorstandschef Uwe Laue ist die PKV als stabilisierender Faktor des Systems einfach nicht wegzudenken. Statt weiteren Einschränkungen im System wünscht sich Uwe Laue eine weitergehende Öffnung der PKV und leichtere Zugangsbedingungen, um die private Krankenversicherung zu stärken.

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