DAK: Zusatzbeitrag und Gesundheitsfond schädlich

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) hat turbulente Zeiten hinter sich. Die Einführung des Zusatzbeitrags führte zu einer Abwanderung einer nicht unerheblichen Zahl der Mitglieder. Allerdings reichte die Entwicklung nicht soweit wie bei der City BKK, die zum 1. Juli geschlossen wird. Für die Probleme der Krankenkassen – unter anderem der DAK – machen Experten den Zusatzbeitrag verantwortlich und fordern daher die Abschaffung des Gesundheitsfonds, der in einem engen Zusammenhang mit dem Zusatzbeitrag steht.

DAK leider kein Einzelfall

Für die Deutsche Angestellten Krankenkasse begannen die schwierigeren Zeiten im Februar 2010 mit der Einführung eines Zusatzbeitrags, als Mitglieder verstärkt in Kassen ohne Zusatzbeitrag abwanderten.

Eigentlich ist der Zusatzbeitrag seitens der Bundesregierung dazu gedacht, die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherungen zu stärken. Kurioserweise bewirkt er genau das Gegenteil. Denn er schafft finanzielle Unterschiede, die Versicherte durch das Sonderkündigungsrecht nutzen können.

Eine Tatsache, welche die DAK deutlich im Februar des vergangenen Jahres hat zu spüren bekommen. Nach Einführung des Zusatzbeitrags entschlossen sich mehr als 100.000 Mitglieder der GKV zum Wechsel. Trotz der Probleme ist der DAK ein erster Schritt aus der Krise gelungen, sie erwirtschaftete einen kleinen Überschuss.

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Damoklesschwert Gesundheitsfonds

Vorstandschef Herbert Rebscher macht sich trotzdem für die Abschaffung des Gesundheitsfonds sowie dem Schnitt beim Zusatzbeitrag stark. Warum? Durch die Zentralisierung der Einnahmen für die GKV im Gesundheitsfonds haben die Kassen ihre Finanzautonomie weitgehend verloren. Da die Höhe der Zuweisungen immer in Vorjahr für das laufende Versicherungsjahr festgelegt wird, ist es zudem schwer, auf branchenaktuelle Entwicklungen zu reagieren. 8adsense]

So entsteht eine Situation, wie sie derzeit die Versicherten erleben. Die Kassen stöhnen unter dem finanziell unruhigen Fahrwasser, während die Reserven des Gesundheitsfonds anschwellen. Neben der gesetzlich festgelegten Liquiditätsreserve gehen einige Experten davon aus, dass der zusätzliche Puffer des Fonds zum Jahresende bei mehr als zwei Milliarden Euro liegen wird. Kapital, dass die GKV derzeit aber nicht nutzen kann.

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